^1 Das heißt cantorum convicio contiones celebrare (Cic. Sest. 55, 118).

————————————————————————

All diesen Dingen sah Pompeius zu, ohne sich zu regen. Wenn er es nicht empfand, wie arg er damit sich kompromittierte, so empfand es sein Gegner. Clodius ward so dreist, daß er über eine ganz gleichgültige Frage, die Rücksendung eines gefangenen armenischen Prinzen, mit dem Regenten von Rom geradezu anband; und bald ward der Zwist zur förmlichen Fehde, in der Pompeius’ völlige Hilflosigkeit zu Tage kam. Das Haupt des Staates wußte dem Parteigänger nichts anders zu begegnen als mit dessen eigenen, nur weit ungeschickter geführten Waffen. War er von Clodius wegen des armenischen Prinzen schikaniert worden, so ärgerte er ihn wieder, indem er den von Clodius über alles gehaßten Cicero aus dem Exil erlöste, in das ihn Clodius gesandt hatte, und erreichte denn auch so gründlich seinen Zweck, daß er den Gegner in einen unversöhnlichen Feind verwandelte. Wenn Clodius mit seinen Banden die Straßen unsicher machte, so ließ der siegreiche Feldherr gleichfalls Sklaven und Fechter marschieren, in welchen Balgereien natürlich der General gegen den Demagogen den kürzeren zog, auf der Straße geschlagen, und von Clodius und dessen Spießgesellen Gaius Cato in seinem Garten fast beständig in Belagerung gehalten ward. Es ist nicht der am wenigsten merkwürdige Zug in diesem merkwürdigen Schauspiel, daß in ihrem Hader der Regent und der Schwindler beide wetteifernd um die Gunst der gestürzten Regierung buhlten, Pompeius, zum Teil auch, um dem Senat gefällig zu sein, Ciceros Zurückberufung zuließ, Clodius dagegen die Julischen Gesetze für nichtig erklärte und Marcus Bibulus aufrief, deren verfassungswidrige Durchbringung öffentlich zu bezeugen!

Ein positives Resultat konnte natürlicherweise aus diesem Brodel trüber Leidenschaften nicht hervorgehen; der eigentlichste Charakter desselben war eben seine bis zum Gräßlichen lächerliche Zwecklosigkeit. Selbst ein Mann von Caesars Genialität hatte es erfahren müssen, daß das demokratische Treiben vollständig abgenutzt war und sogar der Weg zum Thron nicht mehr durch die Demagogie ging. Es war nichts weiter als ein geschichtlicher Lückenbüßer, wenn jetzt, in dem Interregnum zwischen Republik und Monarchie, irgendein toller Geselle mit des Propheten Mantel und Stab, die Caesar selbst abgelegt hatte, sich noch einmal staffierte und noch einmal Gaius Gracchus’ große Ideale parodisch verzerrt über die Szene gingen; die sogenannte Partei, von der diese demokratische Agitation ausging, war so wenig eine, daß ihr später in dem Entscheidungskampf nicht einmal eine Rolle zufiel. Selbst das läßt sich nicht behaupten, daß durch diesen anarchistischen Zustand das Verlangen nach einer starken, auf Militärmacht gegründeten Regierung in den Gemütern der politisch indifferent Gesinnten lebendig angefacht worden sei. Auch abgesehen davon, daß diese neutrale Bürgerschaft hauptsächlich außerhalb Roms zu suchen war und also von dem hauptstädtischen Krawallieren nicht unmittelbar berührt ward, so waren diejenigen Gemüter, die überhaupt durch solche Motive sich bestimmen ließen, schon durch frühere Erfahrungen, namentlich die Catilinarische Verschwörung, gründlich zum Autoritätsprinzip bekehrt worden; auf die eigentlichen Ängsterlinge aber wirkte die Furcht vor der von dem Verfassungsumsturz unzertrennlichen, ungeheuren Krise bei weitem nachdrücklicher als die Furcht vor der bloßen Fortdauer der im Grunde doch sehr oberflächlichen hauptstädtischen Anarchie. Das einzige Ergebnis derselben, das geschichtlich in Anschlag kommt, ist die peinliche Stellung, in die Pompeius durch die Angriffe der Clodianer geriet und durch die seine weiteren Schritte wesentlich mitbedingt wurden.

Wie wenig Pompeius auch die Initiative liebte und verstand, so ward er doch diesmal durch die Veränderung seiner Stellung sowohl Clodius als Caesar gegenüber gezwungen, aus seiner bisherigen Passivität herauszutreten. Die verdrießliche und schimpfliche Lage, in die ihn Clodius versetzt hatte, mußte auf die Länge selbst seine träge Natur zu Haß und Zorn entflammen. Aber weit wichtiger war die Verwandlung, die in seinem Verhältnis zu Caesar stattgefunden hatte. Wenn von den beiden verbündeten Machthabern Pompeius in der übernommenen Tätigkeit vollkommen bankrott geworden war, so hatte Caesar aus seiner Kompetenz etwas zu machen gewußt, was jede Berechnung wie jede Befürchtung weit hinter sich ließ. Ohne wegen der Erlaubnis viel anzufragen, hatte Caesar durch Aushebungen in seiner großenteils von römischen Bürgern bewohnten südlichen Provinz sein Heer verdoppelt, hatte mit diesem, statt von Norditalien aus über Rom Wache zu halten, die Alpen überschritten, eine neue kimbrische Invasion im Beginn erstickt und binnen zwei Jahren (696, 697 58, 57) die römischen Waffen bis an den Rhein und den Kanal getragen. Solchen Tatsachen gegenüber ging selbst der aristokratischen Taktik des Ignorierens und Verkleinerns der Atem aus. Der oft als Zärtling Verhöhnte war jetzt der Abgott der Armee, der gefeierte sieggekrönte Held, dessen junge Lorbeeren die welken des Pompeius überglänzten und dem sogar der Senat die nach glücklichen Feldzügen üblichen Ehrenbezeigungen schon 697 (57) in reicherem Maße zuerkannte, als sie je Pompeius zuteil geworden waren. Pompeius stand zu seinem ehemaligen Adjutanten, genau wie nach den Gabinisch-Manilischen Gesetzen dieser gegen ihn gestanden hatte. Jetzt war Caesar der Held des Tages und der Herr der mächtigsten römischen Armee, Pompeius ein ehemals berühmter Exgeneral. Zwar war es zwischen Schwiegervater und Schwiegersohn noch zu keiner Kollision gekommen und das Verhältnis äußerlich ungetrübt; aber jedes politische Bündnis ist innerlich aufgelöst, wenn das Machtverhältnis der Beteiligten sich wesentlich verschiebt. Wenn der Zank mit Clodius nur ärgerlich war, so lag in der veränderten Stellung Caesars für Pompeius eine sehr ernste Gefahr: ebenwie einst Caesar und dessen Verbündete gegen ihn, so sah jetzt er sich genötigt, gegen Caesar einen militärischen Rückhalt zu suchen und, seine stolze Amtlosigkeit beiseitelegend, aufzutreten als Bewerber um irgendein außerordentliches Amt, das ihn in den Stand setzte, dem Statthalter der beiden Gallien mit gleicher und womöglich mit überlegener Macht zur Seite zu bleiben. Wie seine Lage, war auch seine Taktik genau die Caesars während des Mithradatischen Krieges. Um die Militärmacht des überlegenen, aber noch entfernten Gegners durch die Erlangung eines ähnlichen Kommandos aufzuwiegen, bedurfte Pompeius zunächst der offiziellen Regierungsmaschine. Anderthalb Jahre zuvor hatte diese unbedingt ihm zur Verfügung gestanden. Die Machthaber beherrschten den Senat damals sowohl durch die Komitien, die ihnen als den Herren der Straße unbedingt gehorchten, wie durch den von Caesar energisch terrorisierten Senat; als Vertreter der Koalition in Rom und als deren anerkanntes Haupt hätte Pompeius vom Senat wie von der Bürgerschaft ohne Zweifel jeden Beschluß erlangt, den er wünschte, selbst wenn er gegen Caesars Interesse war. Allein durch den ungeschickten Handel mit Clodius hatte Pompeius die Straßenherrschaft eingebüßt und konnte nicht daran denken, einen Antrag zu seinen Gunsten bei der Volksgemeinde durchzusetzen. Nicht ganz so ungünstig standen die Dinge für ihn im Senat; doch war es auch hier zweifelhaft, ob Pompeius nach dieser langen und verhängnisvollen Passivität die Zügel der Majorität noch fest genug in der Hand habe, um einen Beschluß, wie er ihn brauchte, zu bewirken.

Auch die Stellung des Senats, oder vielmehr der Nobilität überhaupt, war inzwischen eine andere geworden. Eben aus ihrer vollständigen Erniedrigung schöpfte sie frische Kräfte. Es war bei der Koalition von 694 (60) verschiedenes an den Tag gekommen, was für das Sonnenlicht noch keineswegs reif war. Die Entfernung Catos und Ciceros, welche die öffentliche Meinung, wie sehr auch die Machthaber dabei sich zurückhielten und sogar sich die Miene gaben, sie zu beklagen, mit ungeirrtem Takt auf ihre wahren Urheber zurückführte, und die Verschwägerung zwischen Caesar und Pompeius erinnerten mit unerfreulicher Deutlichkeit an monarchische Ausweisungsdekrete und Familienallianzen. Auch das größere Publikum, das den politischen Ereignissen ferner stand, ward aufmerksam auf die immer bestimmter hervortretenden Grundlagen der künftigen Monarchie. Von dem Augenblick an, wo dieses begriff, daß es Caesar nicht um eine Modifikation der republikanischen Verfassung zu tun sei, sondern daß es sich handle um Sein oder Nichtsein der Republik, werden unfehlbar eine Menge der besten Männer, die bisher sich zur Popularpartei gerechnet und in Caesar ihr Haupt verehrt hatten, auf die entgegengesetzte Seite übergetreten sein. Nicht mehr in den Salons und den Landhäusern des regierenden Adels allein wurden die Reden von den “drei Dynasten”, dem “dreiköpfigen Ungeheuer” vernommen. Caesars konsularischen Reden horchte die Menge dichtgedrängt, ohne daß Zuruf oder Beifall aus ihr erscholl; keine Hand regte sich zum Klatschen, wenn der demokratische Konsul in das Theater trat. Wohl aber pfiff man, wo eines der Werkzeuge der Machthaber öffentlich sich sehen ließ, und selbst gesetzte Männer klatschten, wenn ein Schauspieler eine antimonarchische Sentenz oder eine Anspielung gegen Pompeius vorbrachte. Ja als Cicero ausgewiesen werden sollte, legten eine große Zahl - angeblich zwanzigtausend - Bürger, größtenteils aus den Mittelklassen, nach dem Beispiel des Senats das Trauergewand an. “Nichts ist jetzt populärer”, heißt es in einem Briefe aus dieser Zeit, “als der Haß der Popularpartei.” Die Machthaber ließen Andeutungen fallen, daß durch solche Opposition leicht die Ritter ihre neuen Sonderplätze im Theater, der gemeine Mann sein Brotkorn einbüßen könne; man nahm darauf mit den Äußerungen des Unwillens sich vielleicht etwas mehr in acht, aber die Stimmung blieb die gleiche. Mit besserem Erfolg ward der Hebel der materiellen Interessen angesetzt. Caesars Gold floß in Strömen. Scheinreiche mit zerrütteten Finanzen, einflußreiche, in Geldverlegenheiten befangene Damen, verschuldete junge Adlige, bedrängte Kaufleute und Bankiers gingen entweder selbst nach Gallien, um an der Quelle zu schöpfen, oder wandten sich an Caesars hauptstädtische Agenten; und nicht leicht ward ein äußerlich anständiger Mann - mit ganz verlorenem Gesindel mied Caesar sich einzulassen - dort oder hier zurückgewiesen. Dazu kamen die ungeheuren Bauten, die Caesar für seine Rechnung in der Hauptstadt ausführen ließ und bei denen eine Unzahl von Menschen aller Stände vom Konsular bis zum Lastträger hinab Gelegenheit fand zu verdienen, sowie die unermeßlichen, für öffentliche Lustbarkeiten aufgewandten Summen. In beschränkterem Maße tat Pompeius das gleiche; ihm verdankte die Hauptstadt das erste steinerne Theater, und er feierte dessen Einweihung mit einer nie zuvor gesehenen Pracht. Daß solche Spenden eine Menge oppositionell Gesinnter, namentlich in der Hauptstadt, mit der neuen Ordnung der Dinge bis zu einem gewissen Grade aussöhnten, versteht sich ebenso von selbst, wie daß der Kern der Opposition diesem Korruptionssystem nicht erreichbar war. Immer deutlicher kam es zu Tage, wie tief die bestehende Verfassung im Volke Wurzel geschlagen hatte und wie wenig namentlich die dem unmittelbaren Parteitreiben ferner stehenden Kreise, vor allem die Landstädte, der Monarchie geneigt oder auch nur bereit waren, sie über sich ergehen zu lassen. Hätte Rom eine Repräsentativverfassung gehabt, so würde die Unzufriedenheit der Bürgerschaft ihren natürlichen Ausdruck in den Wahlen gefunden und, indem sie sich aussprach, sich gesteigert haben; unter den bestehenden Verhältnissen blieb den Verfassungstreuen nichts übrig als dem Senat, der, herabgekommen wie er war, doch immer noch als Vertreter und Verfechter der legitimen Republik erschien, sich unterzuordnen. So kam es, daß der Senat, jetzt da er gestürzt worden war, plötzlich eine weit ansehnlichere und weit ernstlicher getreue Armee zu seiner Verfügung fand, als da er in Macht und Glanz die Gracchen stürzte und, geschirmt durch Sullas Säbel, den Staat restaurierte. Die Aristokratie empfand es; sie fing wieder an sich zu regen. Eben jetzt hatte Marcus Cicero, nachdem er sich verpflichtet hatte, den Gehorsam im Senat sich anzuschließen und nicht bloß keine Opposition zu machen, sondern nach Kräften für die Machthaber zu wirken, von denselben die Erlaubnis zur Rückkehr erhalten. Obwohl Pompeius der Oligarchie hiermit nur beiläufig eine Konzession machte und vor allem dem Clodius einen Possen zu spielen, demnächst ein durch hinreichende Schläge geschmeidigtes Werkzeug in dem redefertigen Konsular zu erwerben bedacht war, so nahm man doch die Gelegenheit wahr, wie Ciceros Verbannung eine Demonstration gegen den Senat gewesen war, so seine Rückkehr zu republikanischen Demonstrationen zu benutzen. In möglichst feierlicher Weise, übrigens gegen die Clodianer durch die Bande des Titus Annius Milo geschützt, brachten beide Konsuln nach vorgängigem Senatsbeschluß einen Antrag an die Bürgerschaft, dem Konsular Cicero die Rückkehr zu gestatten, und der Senat rief sämtliche verfassungstreue Bürger auf, bei der Abstimmung nicht zu fehlen. Wirklich versammelte sich am Tage der Abstimmung (4. August 697 57) in Rom namentlich aus den Landstädten eine ungewöhnliche Anzahl achtbarer Männer. Die Reise des Konsulars von Brundisium nach der Hauptstadt gab Gelegenheit zu einer Reihe ähnlicher, nicht minder glänzender Manifestationen der öffentlichen Meinung. Das neue Bündnis zwischen dem Senat und der verfassungstreuen Bürgerschaft ward bei dieser Gelegenheit gleichsam öffentlich bekannt gemacht und eine Art Revue über die letztere gehalten, deren überraschend günstiges Ergebnis nicht wenig dazu beitrug, den gesunkenen Mut der Aristokratie wiederaufzurichten. Pompeius’ Hilflosigkeit gegenüber diesen trotzigen Demonstrationen sowie die unwürdige und beinahe lächerliche Stellung, in die er Clodius gegenüber geraten war, brachten ihn und die Koalition um ihren Kredit; und die Fraktion des Senats, welche derselben anhing, durch Pompeius’ seltene Ungeschicklichkeit demoralisiert und ratlos sich selber überlassen, konnte nicht verhindern, daß in dem Kollegium die republikanisch-aristokratische Partei wieder völlig die Oberhand gewann. Das Spiel dieser stand in der Tat damals - 697 (57) - für einen mutigen und geschickten Spieler noch keineswegs verzweifelt. Sie hatte jetzt, was sie seit einem Jahrhundert nicht gehabt, festen Rückhalt in dem Volke; vertraute sie diesem und sich selber, so konnte sie auf dem kürzesten und ehrenvollsten Wege zum Ziel gelangen. Warum nicht die Machthaber mit offenem Visier angreifen? Warum kassierte nicht ein entschlossener und namhafter Mann an der Spitze des Senats die außerordentlichen Gewalten als verfassungswidrig und rief die sämtlichen Republikaner Italiens gegen die Tyrannen und deren Anhang unter die Waffen? Möglich war es wohl, auf diesem Wege die Senatsherrschaft noch einmal zu restaurieren. Allerdings spielten die Republikaner damit hohes Spiel; aber vielleicht wäre auch hier, wie so oft, der mutigste Entschluß zugleich der klügste gewesen. Nur freilich war die schlaffe Aristokratie dieser Zeit eines solchen einfachen und mutigen Entschlusses kaum noch fähig. Aber es gab einen anderen, vielleicht sichereren, auf jeden Fall der Art und Natur dieser Verfassungsgetreuen angemesseneren Weg: sie konnten darauf hinarbeiten, die beiden Machthaber zu entzweien und durch diese Entzweiung schließlich selber ans Ruder zu gelangen. Das Verhältnis der den Staat beherrschenden Männer hatte sich verschoben und gelockert, seit Caesar übermächtig neben Pompeius sich gestellt und diesen genötigt hatte, um eine neue Machtstellung zu werben; es war wahrscheinlich, daß, wenn er dieselbe erlangte, es damit auf die eine oder die andere Weise zwischen ihnen zum Bruch und zum Kampfe kam. Blieb in diesem Pompeius allein, so war seine Niederlage kaum zweifelhaft, und die Verfassungspartei fand in diesem Fall nach beendigtem Kampfe nur statt unter der Zwei-, sich unter der Einherrschaft. Allein, wenn die Nobilität gegen Caesar dasselbe Mittel wandte, durch das dieser seine bisherigen Siege erfochten hatte, und mit dem schwächeren Nebenbuhler in Bündnis trat, so blieb mit einem Feldherrn wie Pompeius, mit einem Heere wie das der Verfassungstreuen war, der Sieg wahrscheinlich diesen; nach dem Siege aber mit Pompeius fertig zu werden, konnte, nach den Beweisen von politischer Unfähigkeit, die derselbe zeither gegeben, nicht als eine besonders schwierige Aufgabe erscheinen.

Die Dinge hatten sich dahin gewandt, eine Verständigung zwischen Pompeius und der republikanischen Partei beiden nahezulegen; ob es zu einer solchen Annäherung kommen und wie überhaupt das völlig unklar gewordene Verhältnis der beiden Machthaber und der Aristokratie gegeneinander zunächst sich stellen werde, mußte sich entscheiden, als im Herbst 697 (57) Pompeius mit dem Antrag an den Senat ging, ihn mit einer außerordentlichen Amtsgewalt zu betrauen. Er knüpfte wieder an an das, wodurch er elf Jahre zuvor seine Macht begründet hatte: an die Brotpreise in der Hauptstadt, die ebendamals wie vor dem Gabinischen Gesetz eine drückende Höhe erreicht hatten. Ob sie durch besondere Machinationen hinaufgetrieben worden waren, wie deren Clodius bald dem Pompeius, bald dem Cicero und diese wieder jenem Schuld gaben, läßt sich nicht entscheiden; die fortdauernde Piraterie, die Leere des öffentlichen Schatzes und die lässige und unordentliche Überwachung der Kornzufuhr durch die Regierung reichten übrigens auch ohne politischen Kornwucher an sich schon vollkommen aus, um in einer fast lediglich auf überseeische Zufuhr angewiesenen Großstadt Brotteuerungen herbeizuführen. Pompeius’ Plan war, sich vom Senat die Oberaufsicht über das Getreidewesen im ganzen Umfang des Römischen Reiches und zu diesem Endzwecke teils das unbeschränkte Verfügungsrecht über die römische Staatskasse, teils Heer und Flotte übertragen zu lassen, sowie ein Kommando, welches nicht bloß über das ganze Römische Reich sich erstreckte, sondern dem auch in jeder Provinz das des Statthalters wich - kurz, er beabsichtigte, eine verbesserte Auflage des Gabinischen Gesetzes zu veranstalten, woran sich sodann die Führung des eben damals schwebenden Ägyptischen Krieges ebenso von selbst angeschlossen haben würde wie die des Mithradatischen an die Razzia gegen die Piraten. Wie sehr auch die Opposition gegen die neuen Dynasten in den letzten Jahren Boden gewonnen hatte, es stand dennoch, als diese Angelegenheit im September 697 (57) im Senat zur Verhandlung kam, die Majorität desselben noch unter dem Bann des von Caesar erregten Schreckens. Gehorsam nahm sie den Vorschlag im Prinzip an, und zwar auf Antrag des Marcus Cicero, der hier den ersten Beweis der in der Verbannung gelernten Fügsamkeit geben sollte und gab. Allein bei der Feststellung der Modalitäten wurden von dem ursprünglichen Plane, den der Volkstribun Gaius Messius vorlegte, doch sehr wesentliche Stücke abgedungen. Pompeius erhielt weder freie Verfügung über das Ärar, noch eigene Legionen und Schiffe, noch auch eine der der Statthalter übergeordnete Gewalt, sondern man begnügte sich, ihm zum Behuf der Ordnung des hauptstädtischen Verpflegungswesens ansehnliche Summen, fünfzehn Adjutanten und in allen Verpflegungsangelegenheiten volle prokonsularische Gewalt im ganzen römischen Gebiet auf die nächsten fünf Jahre zu bewilligen und dies Dekret von der Bürgerschaft bestätigen zu lassen. Es waren sehr mannigfaltige Ursachen, welche diese, fast einer Ablehnung gleichkommende Abänderung des ursprünglichen Planes herbeiführten: die Rücksicht auf Caesar, dem in Gallien selbst seinen Kollegen nicht bloß neben-, sondern überzuordnen eben die Furchtsamsten am meisten Bedenken tragen mußten; die versteckte Opposition von Pompeius’ Erbfeind und widerwilligem Bundesgenossen Crassus, dem Pompeius selber zunächst das Scheitern seines Planes beimaß oder beizumessen vorgab; die Antipathien der republikanischen Opposition im Senat gegen jeden die Gewalt der Machthaber der Sache oder auch nur dem Namen nach erweiternden Beschluß; endlich und zunächst die eigene Unfähigkeit des Pompeius, der, selbst nachdem er hatte handeln müssen, es nicht über sich gewinnen konnte, zum Handeln sich zu bekennen, sondern wie immer seine wahre Absicht gleichsam im Inkognito durch seine Freunde vorführen ließ, selber aber in bekannter Bescheidenheit erklärte, auch mit Geringerem sich begnügen zu wollen. Kein Wunder, daß man ihn beim Worte nahm und ihm das Geringere gab. Pompeius war nichtsdestoweniger froh, wenigstens eine ernstliche Tätigkeit und vor allen Dingen einen schicklichen Vorwand gefunden zu haben, um die Hauptstadt zu verlassen; es gelang ihm auch, freilich nicht ohne daß die Provinzen den Rückschlag schwer empfanden, dieselbe mit reichlicher und billiger Zufuhr zu versehen. Aber seinen eigentlichen Zweck hatte er verfehlt; der Prokonsulartitel, den er berechtigt war in allen Provinzen zu führen, blieb ein leerer Name, solange er nicht über eigene Truppen verfügte. Darum ließ er bald darauf den zweiten Antrag an den Senat gelangen, daß derselbe ihm den Auftrag erteilen möge, den vertriebenen König von Ägypten, wenn nötig mit Waffengewalt, in seine Heimat zurückzuführen. Allein je mehr es offenbar ward, wie dringend er des Senats bedurfte, desto weniger nachgiebig und weniger rücksichtsvoll nahmen die Senatoren sein Anliegen auf. Zunächst ward in den Sibyllinischen Orakeln entdeckt, daß es gottlos sei, ein römisches Heer nach Ägypten zu senden; worauf der fromme Senat fast einstimmig beschloß, von der bewaffneten Intervention abzustehen. Pompeius war bereits so gedemütigt, daß er auch ohne Heer die Sendung angenommen haben würde; allein in seiner unverbesserlichen Hinterhältigkeit ließ er auch dies nur durch seine Freunde erklären und sprach und stimmte für die Absendung eines anderen Senators. Natürlich wies der Senat jenen Vorschlag zurück, der ein dem Vaterlande so kostbares Leben freventlich preisgab, und das schließliche Ergebnis der endlosen Verhandlungen war der Beschluß, überhaupt in Ägypten nicht zu intervenieren (Januar 698 56).

Diese wiederholten Zurückweisungen, die Pompeius im Senat erfuhr und, was schlimmer war, hingehen lassen mußte, ohne sie wettzumachen, galten natürlich, mochten sie kommen von welcher Seite sie wollten, dem großen Publikum als ebensoviele Siege der Republikaner und Niederlagen der Machthaber überhaupt; die Flut der republikanischen Opposition war demgemäß im stetigen Steigen. Schon die Wahlen für 698 (56) waren nur zum Teil im Sinne der Dynasten ausgefallen: Caesars Kandidaten für die Prätur, Publius Vatinius und Gaius Alfius, waren durchgegangen, dagegen zwei entschiedene Anhänger der gestürzten Regierung, Gnaeus Lentulus Marcellinus und Gnaeus Domitius Calvinus, jener zum Konsul, dieser zum Prätor gewählt worden. Für 699 (55) aber war als Bewerber um das Konsulat gar Lucius Domitius Ahenobarbus aufgetreten, dessen Wahl bei seinem Einfluß in der Hauptstadt und seinem kolossalen Vermögen schwer zu verhindern und von dem es hinreichend bekannt war, daß er sich nicht an verdeckter Opposition werde genügen lassen. Die Komitien also rebellierten; und der Senat stimmte ein. Es ward feierlich von ihm geratschlagt über ein Gutachten, das etruskische Wahrsager von anerkannter Weisheit über gewisse Zeichen und Wunder auf Verlangen des Senats abgegeben hatten. Die himmlische Offenbarung verkündete, daß durch den Zwist der höheren Stände die ganze Gewalt über Heer und Schatz auf einen Gebieter überzugehen und der Staat in Unfreiheit zu geraten drohe - es schien, daß die Götter zunächst auf den Antrag des Gaius Messius zielten. Bald stiegen die Republikaner vom Himmel auf die Erde herab. Das Gesetz über das Gebiet von Capua und die übrigen von Caesar als Konsul erlassenen Gesetze waren von ihnen stets als nichtig bezeichnet, und schon im Dezember 697 (57) im Senat geäußert worden, daß es erforderlich sei, sie wegen ihrer Formfehler zu kassieren. Am 6. April 698 (56) stellte der Konsular Cicero im vollen Senat den Antrag, die Beratung über die kampanische Ackerverteilung für den 15. Mai auf die Tagesordnung zu setzen. Es war die förmliche Kriegserklärung; und sie war um so bezeichnender, als sie aus dem Munde eines jener Männer kam, die nur dann ihre Farbe zeigen, wenn sie meinen, es mit Sicherheit tun zu können. Offenbar hielt die Aristokratie den Augenblick gekommen, um den Kampf nicht mit Pompeius gegen Caesar, sondern gegen die Tyrannis überhaupt zu beginnen. Was weiter folgen werde, war leicht zu sehen. Domitius hatte es kein Hehl, daß er als Konsul Caesars sofortige Abberufung aus Gallien bei der Bürgerschaft zu beantragen beabsichtige. Eine aristokratische Restauration war im Werke; und mit dem Angriff auf die Kolonie Capua warf die Nobilität den Machthabern den Handschuh hin.

Caesar, obwohl er über die hauptstädtischen Ereignisse von Tag zu Tag detaillierte Berichte empfing und, wenn die militärischen Rücksichten es irgend erlaubten, sie von seiner Südprovinz aus in möglichster Nähe verfolgte, hatte doch bisher sichtbar wenigstens nicht in dieselben eingegriffen. Aber jetzt hatte man ihm so gut wie seinen Kollegen, ja ihm vornehmlich, den Krieg erklärt, er mußte handeln und handelte rasch. Eben befand er sich in der Nähe; die Aristokratie hatte nicht einmal für gut befunden, mit dem Bruche zu warten, bis er wieder über die Alpen zurückgegangen sein würde. Anfang April 698 (56) verließ Crassus die Hauptstadt, um mit seinem mächtigeren Kollegen das Erforderliche zu verabreden; er fand Caesar in Ravenna. Von da aus begaben beide sich nach Luca und hier traf auch Pompeius mit ihnen zusammen, der bald nach Crassus (11. April), angeblich um die Getreidesendungen aus Sardinien und Afrika zu betreiben, sich von Rom entfernt hatte. Die namhaftesten Anhänger der Machthaber, wie der Prokonsul des diesseitigen Spaniens, Metellus Nepos, der Proprätor von Sardinien, Appius Claudius, und viele andere, folgten ihnen nach; hundertundzwanzig Liktoren, über zweihundert Senatoren zählte man auf dieser Konferenz, wo bereits, im Gegensatz zu dem republikanischen, der neue monarchische Senat repräsentiert war. In jeder Hinsicht stand das entscheidende Wort bei Caesar. Er benutzte es, um die bestehende Gesamtherrschaft auf einer neuen Basis gleichmäßigerer Machtverteilung wiederherzustellen und fester zu gründen. Die militärisch bedeutendsten Statthalterschaften, die es neben der der beiden Gallien gab, wurden den zwei Kollegen zugestanden: Pompeius die beider Spanien, Crassus die von Syrien, welche Ämter ihnen durch Volksschluß auf fünf Jahre (700-704 54-50) gesichert und militärisch wie finanziell angemessen ausgestattet werden sollten. Dagegen bedang Caesar sich die Verlängerung seines Kommandos, das mit dem Jahre 700 (54) zu Ende lief, bis zum Schluß des Jahres 705 (49) aus, sowie die Befugnis, seine Legionen auf zehn zu vermehren und die Übernahme des Soldes für die eigenmächtig von ihm ausgehobenen Truppen auf die Staatskasse. Pompeius und Crassus ward ferner für das nächste Jahr (699 55), bevor sie in ihre Statthalterschaften abgingen, das zweite Konsulat zugesagt, während Caesar es sich offen hielt, gleich nach Beendigung seiner Statthalterschaft im Jahre 706 (48), wo das gesetzlich zwischen zwei Konsulaten erforderliche zehnjährige Intervall für ihn verstrichen war, zum zweitenmal das höchste Amt zu verwalten. Den militärischen Rückhalt, dessen Pompeius und Crassus zur Regulierung der hauptstädtischen Verhältnisse um so mehr bedurften, als die ursprünglich hierzu bestimmten Legionen Caesars jetzt aus dem Transalpinischen Gallien nicht weggezogen werden konnten, fanden sie in den Legionen, die sie für die spanischen und syrischen Armeen neu ausheben und erst, wenn es ihnen selber angemessen schiene, von Italien aus an ihre verschiedenen Bestimmungsplätze abgehen lassen sollten. Die Hauptfragen waren damit erledigt; die untergeordneten Dinge, wie die Festsetzung der gegen die hauptstädtische Opposition zu befolgenden Taktik, die Regulierung der Kandidaturen für die nächsten Jahre und dergleichen mehr, hielten nicht lange auf. Die persönlichen Zwistigkeiten, die dem Verträgnis im Wege standen, schlichtete der große Meister der Vermittlung mit gewohnter Leichtigkeit und zwang die widerstrebenden Elemente, sich miteinander zu behaben. Zwischen Pompeius und Crassus ward äußerlich wenigstens ein kollegialisches Einvernehmen wiederhergestellt. Sogar Publius Clodius ward bestimmt, sich und seine Meute ruhig zu halten und Pompeius nicht ferner zu belästigen - keine der geringsten Wundertaten des mächtigen Zauberers.

Daß diese ganze Schlichtung der schwebenden Fragen nicht aus einem Kompromiß selbständiger und ebenbürtig rivalisierender Machthaber, sondern lediglich aus dem guten Willen Caesars hervorging, zeigen die Verhältnisse. Pompeius befand sich in Luca in der peinlichen Lage eines machtlosen Flüchtlings, welcher kommt, bei seinem Gegner Hilfe zu erbitten. Mochte Caesar ihn zurückweisen und die Koalition als gelöst erklären oder auch ihn aufnehmen und den Bund fortbestehen lassen, wie er eben war - Pompeius war sowieso politisch vernichtet. Wenn er in diesem Fall mit Caesar nicht brach, so war er der machtlose Schutzbefohlene seines Verbündeten. Wenn er dagegen mit Caesar brach und, was nicht gerade wahrscheinlich war, noch jetzt eine Koalition mit der Aristokratie zustande brachte, so war doch auch dieses notgedrungen und im letzten Augenblick abgeschlossene Bündnis der Gegner so wenig furchtbar, daß Caesar schwerlich, um dies abzuwenden, sich zu jenen Konzessionen verstanden hat. Eine ernstliche Rivalität des Crassus Caesar gegenüber war vollends unmöglich. Es ist schwer zu sage., welche Motive Caesar bestimmten, seine überlegene Stellung ohne Not aufzugeben und, was er seinem Nebenbuhler selbst bei dem Abschluß des Bundes 694 (60) versagt und dieser seitdem, in der offenbaren Absicht gegen Caesar gerüstet zu sein, auf verschiedenen Wegen ohne, ja gegen Caesars Willen vergeblich angestrebt hatte, das zweite Konsulat und die militärische Macht, jetzt freiwillig ihm einzuräumen. Allerdings ward nicht Pompeius allein an die Spitze eines Heeres gestellt, sondern auch sein alter Feind und Caesars langjähriger Verbündeter Crassus; und unzweifelhaft erhielt Crassus seine ansehnliche militärische Stellung nur als Gegengewicht gegen Pompeius’ neue Macht. Allein nichtsdestoweniger verlor Caesar unendlich, indem sein Rival für seine bisherige Machtlosigkeit ein bedeutendes Kommando eintauschte. Es ist möglich, daß Caesar sich seiner Soldaten noch nicht hinreichend Herr fühlte, um sie mit Zuversicht in den Krieg gegen die formellen Autoritäten des Landes zu führen, und darum ihm daran gelegen war, nicht jetzt durch die Abberufung aus Gallien zum Bürgerkrieg gedrängt zu werden; allein ob es zum Bürgerkriege kam oder nicht, stand augenblicklich weit mehr bei der hauptstädtischen Aristokratie als bei Pompeius, und es wäre dies höchstens ein Grund für Caesar gewesen, nicht offen mit Pompeius zu brechen, um nicht durch diesen Bruch die Opposition zu ermutigen, nicht aber ihm das zuzugestehen, was er ihm zugestand. Rein persönliche Motive mochten mitwirken; es kann sein, daß Caesar sich erinnerte, einstmals in gleicher Machtlosigkeit Pompeius gegenübergestanden zu haben und nur durch dessen freilich mehr schwach- als großmütiges Zurücktreten vom Untergang gerettet worden zu sein; es ist wahrscheinlich, daß Caesar sich scheute, das Herz seiner geliebten und ihren Gemahl aufrichtig liebenden Tochter zu zerreißen - in seiner Seele war für vieles Raum noch neben dem Staatsmann. Allein die entscheidende Ursache war unzweifelhaft die Rücksicht auf Gallien. Caesar betrachtete - anders als seine Biographen - die Unterwerfung Galliens nicht als eine zur Gewinnung der Krone ihm nützliche beiläufige Unternehmung, sondern es hing ihm die äußerliche Sicherheit und die innere Reorganisation, mit einem Worte, die Zukunft des Vaterlandes daran. Um diese Eroberung ungestört vollenden zu können und nicht gleich jetzt die Entwirrung der italischen Verhältnisse in die Hand nehmen zu müssen, gab er unbedenklich seine Überlegenheit über seinen Rivalen daran und gewährte Pompeius hinreichende Macht, um mit dem Senat und dessen Anhang fertigzuwerden. Es war das ein arger politischer Fehler, wenn Caesar nichts wollte, als möglichst rasch König von Rom werden; allein der Ehrgeiz des seltenen Mannes beschränkte sich nicht auf das niedrige Ziel einer Krone. Er traute es sich zu, die beiden ungeheuren Arbeiten: die Ordnung der inneren Verhältnisse Italiens und die Gewinnung und Sicherung eines neuen und frischen Bodens für die italische Zivilisation, nebeneinander zu betreiben und zu vollenden. Natürlich kreuzten sich diese Aufgaben; seine gallischen Eroberungen haben ihn auf seinem Wege zum Thron viel mehr noch gehemmt als gefördert. Es trug ihm bittere Früchte, daß er die italische Revolution, statt sie im Jahre 698 (56) zu erledigen, auf das Jahr 706 (48) hinausschob. Allein als Staatsmann wie als Feldherr war Caesar ein überverwegener Spieler, der, sich selber vertrauend wie seine Gegner verachtend, ihnen immer viel und mitunter über alles Maß hinaus vorgab.