Die beiden Herren lachten, der Geheimrath schüttelte dem lieben Nachbar die Hand. — Guten Morgen, Herr Nachbar! Sie sind der richtige Mann. Sollte noch etwas vorfallen, so verlasse ich mich auf Sie, aber ich denke, es wird nichts vorfallen. Meine ewige Dankbarkeit bleibt Ihnen, es wird sich schon Gelegenheit finden, wo ich dienen und helfen kann. Immer wenden Sie sich an mich, dreist an mich, nur darum bitte ich — strenge Verschwiegenheit.

Der Kommissär legte den Finger auf den Mund, seine großen Augen glänzten in Ergebenheit und Eifer. Mit einer tiefen Verbeugung und hochgesträubtem Backenbarte verließ er seinen Gönner.

Als er fort war, zog der Geheimrath die Klingel. Der Bediente mit der rothen Nase schoß herein und blieb an der Thür stehen. Der Geheimrath kehrte ihm den Rücken zu und besah eine Feder.

Meine Tochter ist doch schon auf? fragte er.

Das gnädige Fräulein ist vor einer Stunde schon aufgestanden, erwiderte Friedrich vertraut und listig lächelnd. Arbeitet in ihrem Zimmer an der Börse für Herrn von Gravenstein.

So, sagte der Geheimrath, so sage der Louise, sie soll dem Fräulein melden, ich wünschte sie sogleich zu sprechen.

Der Geheimrath blieb stehen, probirte noch einige Federn, nahm dann ein Federmesser und schnitt ein paar Spitzen ab, bis er wieder die Thür öffnen hörte, worauf er sich umwandte und seiner Tochter freundlich zunickte.

Guten Morgen, Papa, sagte Elise, was giebt es denn? Ich bin ganz erstaunt über Deine Botschaft.

Der Papa warf einen forschenden Blick auf sie. — Die aufgewickelten Locken, der Morgenrock, das blasse Gesicht, die matten wasserblauen Augen kamen ihm in seinen Betrachtungen und geheimen Vergleichen nicht besonders reizend vor. — Erwartest Du Alfred nicht? fragte er.

O! freilich, Papa, erwiderte sie. Ich bin voller Neugier, was er mir heut Abend schenken wird.