Jetzt weiß ich Alles! stöhnte Wilkau aus tiefer Brust. — Er legte die Hände auf den Rücken, ging durch das Zimmer und kam dann zurück, indem er in gewohnter Weise lächelte. Aber so ganz Herr war er doch nicht über sich, daß sein farbloses, unter den heftigsten Empfindungen arbeitendes Gesicht die noblen Lebensanschauungen bestätigt hätte, welche er dem lieben Nachbar jetzt zum Besten gab.
Wir haben es mit einem jungen Heißsporn zu thun, mein werther Freund, sagte er, dem je eher je lieber Schloß und Kette angelegt werden muß.
Ring am Finger, lachte der Kommissär, und dann einige schreiende Kleinigkeiten, so wird Alles gut.
Der Geheimrath nickte vergnügt. Sie verstehen es, erwiderte er.
Ich kenne die Welt, rief der Herr. Wir haben Alle unsere Streiche gemacht. Leben und leben lassen.
Ein goldenes Wort, sagte Wilkau. Im Grunde ist es nichts und heißes Blut, Verlockung, gereizte Nerven thun viel. Ich werde handeln wie es nöthig ist. Von einer ernstlichen Absicht kann natürlich bei dieser nächtlichen, romantischen Pläsanterie des jungen Herrn auf dem Kirchhofe die Rede nicht sein.
I, Gott bewahre! rief der Beamte, nichts als Spaß.
Also eine Posse, versetzte der Geheimrath, doch Alles hat sein Ende. Es ist aber merkwürdig was unsere Jugend jetzt für Streiche macht.
Es liegt in der Zeit, verehrter Herr Geheimrath.
Eine schöne Zeit! ja wohl, ja wohl! sagte Wilkau. Nun, wir müssen es so hinnehmen. Jugend hat keine Tugend. Man muß die gebratenen Gänse jetzt mit der Haut essen, versetzte der Kommissär.