Kirchenmauer, Portal, Geschichte! rief der Geheimrath. Theuerster Freund, Sie befinden sich doch wohl?
O! ganz wohl, sagte der Kommissarius lächelnd. Es dauerte gar nicht lange, so kam sie.
Wer kam?
Sie, fuhr der Beamte fort. Ganz leise, wie ein Schatten, ganz schwarz, wie ein Gespenst; aber nun tritt ein seltsamer Zwischenfall ein, den ich mir nicht erklären kann. Es war noch ein Dritter da; wer er war, weiß ich nicht, was sie sprachen, blieb mir verborgen, denn ich stand in zu großer Entfernung. Zuweilen wurde gelacht, dann kam es mir vor, als sei Streit; endlich aber hörte ich deutlich, daß Herr von Gravenstein sagte: Ich befehle es! und bei diesen Worten entfernte sich der Dritte, so schnell er konnte. Er gab ihr den Arm und führte sie fort, ziemlich dicht bei mir vorüber — ich stand nämlich hinter einem Pfeiler — und konnte ganz genau sehen, wie er sie umfaßt hatte und an sich drückte, bis er mit ihr die kleine Pforte erreichte, wo er Abschied nahm.
Sagen Sie mir ein Wort, flüsterte der Geheimrath, seinen Arm fassend. Hat sich das Alles wirklich zugetragen?
So gewiß wir beide hier stehen.
Und der Mann, den Sie sahen, war Gravenstein?
Er war es ganz sicher, denn bis an seine Wohnung habe ich ihn begleitet.
Und sie — das Frauenzimmer meine ich — die in seinen Armen lag — es war — wie heißt sie?
Es war das hübsche Fräulein Herzer, auf mein Ehrenwort, Herr Geheimrath. Sie kennen doch die kleine Pforte in dem Gäßchen. Dort kam sie heraus und ging hinein.