Nun, sprach der Geheimrath, der junge Herzer theilte Herrn Zippelmann mit, daß er in wenigen Tagen mit einem Transport schöner und kostbarer Instrumente nach New-York abgehen werde. Er bestätigte Alles, was ich Ihnen darüber schon mitgetheilt habe.

Und ich gab ihm meinen Segen, sagte Herr Zippelmann, wohlgefällig nickend. Amerika ist ein schönes großes Land, die ganze deutsche Einheit flüchtet sich dahin. Warum sollen die freien deutschen Bürger nicht dort ihre schwarz-roth-goldenen Kokarden tragen können? Aber Geld, um sie fortzuschaffen, habe ich nicht. Nicht einen Groschen, nicht einen Pfennig!

Die Hauptsache ist, flüsterte der Geheimrath, daß so viel feststeht, Herzer will, was er noch hat, fortschicken. Als Herr Zippelmann sich auf nichts einlassen wollte, wurde der junge Herzer grob und heftig, und überhäufte unseren redlichen Freund, der sich nicht beschwatzen ließ, mit Beleidigungen, die ihm übel bezahlt werden können, denn zufällig ist ein Zeuge in der Nähe gewesen.

Gott bewahre! sagte Herr Zippelmann sanftmüthig, ich will nicht klagen gegen den Bettler und Tagedieb, aber eine redliche Freude wird mein Herz erfüllen, wenn ich etwas beitragen kann, dem Herrn von Gravenstein zu seinem Gelde zu helfen. — Der Herr Geheimrath, fuhr er fort, hat mir den Schuldschein gezeigt, der wohl eine kleine Hoffnung geben kann, wenigstens Etwas zu retten, wenn man sich nicht irre machen läßt und den richtigen Weg einschlägt.

Was würden Sie mir also rathen? fragte Alfred.

Hehe! lachte Herr Zippelmann, seine langen Hände reibend, ich möchte Ihnen einen Vorschlag machen, möchte Ihnen die Schuld abkaufen.

Das wäre vielleicht so übel nicht, fiel der Geheimrath ein.

Aus redlichem Gemüthe ist es gesagt, fuhr Herr Zippelmann fort, aber junge vornehme Herren sind selten geeignet solche Sachen zu betreiben, und bei aller Sorgfalt kann doch viel oder Alles verloren gehen. — Es ist ein Mann der Herzer, der in alle Schuhe paßt, aber es wäre zu versuchen, ich möchte beinahe um die Hälfte gehen. Wirklich ich könnte mich entschließen um die Hälfte zu gehen. Es ist auch so eine Geschichte, accurat wie die deutsche Einheit. Wenn man das ganze Reich nicht zusammenkriegen kann, nimmt man mit ein Stückchen Union vorlieb, kommt zuletzt mit der schönen Idee nach Haus, und verliert am Ende auch die unterwegs aus der Tasche. Hehe! Herr Geheimrath, was meinen Sie dazu?

Ich meine, sagte der Geheimrath, daß es hier allein auf den Willen des Herrn von Gravenstein ankommt, Ihren Vorschlag anzunehmen.

Aber der junge Freiherr schüttelte schweigend den Kopf.