Nun, wie Sie wollen, rief Herr Zippelmann süß grinsend; wie Sie wollen, Herr Baron, ich habe nichts dagegen. Zwei Tausend fünf Hundert Thaler will ich geben, baar, heut noch oder vielmehr sie können auf die Minute Geld bekommen. — Hehe! was ich für ein dummer Teufel eigentlich bin, will mich da mit Geschichten einlassen, die mich nichts angehen. — Also Sie wollen nicht, Herr von Gravenstein, oder wollen Sie?

Alfred schwieg noch immer, indem er Zippelmann betrachtete, während der Geheimrath sich zu ihm neigte und mit leiser Stimme sagte, Sie sollten es thun, aber vier Tausend fordern.

Ich thue es allein darum, weil ich ein Menschenfreund bin, fuhr inzwischen Herr Zippelmann fort. Wenn ich bedenke, daß Sie um Ihr Geld kommen sollen, fühle ich ein Mitleid in meinem Herzen, und bedenke ich wieder, daß Herzer die volle fünf Tausend Thaler bezahlen soll, bei seiner jetzigen Noth, so bin ich wieder davon ergriffen.

Sie wollen also eigentlich zum Vortheil Ihres Verwandten mir die Schuld abkaufen, um ihm zu dienen? fragte Alfred.

Freilich, rief Herr Zippelmann seine langen Hände faltend und einen andächtigen Blick nach oben sendend, das ist mein gutgemeinter Wille. Es ist eine sündhafte Familie, die von Gottesfurcht nichts weiß und ihr zeitliches und ewiges Verderben verschuldet. Aber dennoch werde ich thun, was ich thun kann, was zu ihrem wahren Besten gereicht.

Aus den kleinen glänzenden Augen des Wucherers drang ein triumphirender Blick, der zugleich so boshaft und doch so heuchlerisch demüthig war, daß er den Widerwillen des jungen Mannes nur verstärken konnte.

Ich danke für Ihr gütiges Anerbieten, sagte er kalt, ich werde die Schuld nicht verkaufen.

So, so! sagte Herr Zippelmann, ihm freundlich zunickend, das heißt Sie wollen die vollen dreitausend haben.

Auch die will ich nicht haben, fiel Alfred ein.

Ich glaube nicht, Herr Zippelmann, sagte der Geheimrath, daß es der Baron unter viertausend thut.