Mit deutscher Treue und patriotischer Standhaftigkeit! erwiderte der Professor, feierlich seine Rechte auf die Brust legend.

Es handelt sich um Elisen, flüsterte sie, nach der Thür blickend.

Handelt sich um Elisen! widerholte er. Ich konnte es denken.

Um ihre Verheirathung. Wir glauben bemerkt zu haben, daß Elise von einer Neigung ergriffen ist, der wir keinen Zwang anthun wollen, da es sich um das Glück unseres einzigen Kindes handelt.

Ein stummes Kopfnicken und Lächeln war die Antwort des Professors.

Sie wissen, daß wir frei von Vorurtheilen sind, sagte Frau von Wilkau, nur verlangen wir, daß Elisens Wahl auf einen edlen, würdigen Mann falle, dessen patriotische Gesinnung ihm die Achtung der Welt sichert. Zu unserer großen Freude ist der Gewählte ein Stern am Himmel des Vaterlandes, auf den wir mit Stolz blicken können.

Das ist zu viel, vielleicht viel zu viel! sprach der Professor, demüthig sein Haupt neigend. — Nein, gnädige Frau, man darf kein Verdienst überschätzen; jeder menschliche Wille, auch der stärkste findet sein Ziel.

Wie dem auch sein mag, fuhr die Geheimräthin fort, so ist es gewiß, daß wir gern unsere Einwilligung geben. Wir erwarten nur die Erklärung, welche, wie wir hoffen dürfen, heut morgen erfolgen kann.

Theuerste, geehrteste Frau, sagte der Professor, zum Himmel aufblickend, zweifeln Sie nicht, diese Erklärung wird erfolgen.

Es wird Aufsehen erregen, Hoffnungen niederschlagen, durch die Plötzlichkeit zu allerlei Vermuthungen Anlaß geben, aber stehen Sie uns bei, lieber Freund, und schlagen Sie böswillige Gerüchte nieder. Es ist kein weltlicher Vortheil, keine verlockende Aussicht, es ist die Liebe zu unserm Kinde und die Trefflichkeit des ehrenwerthen Mannes allein, die uns bestimmte.