Anton hatte seine Arbeit wieder genommen und sah den Professor von der Seite an, der seinen großen grauen Mantel ablegte, und indem er den Stuhl nahm, den Frau Mertens für ihn zurecht stellte, sein rundes Gesicht ihr zuwandte.
Was das schön klingt, wenn Sie sprechen, sagte Guste, man wird ganz hingerissen.
Es sind die Worte nicht, erwiderte der Professor mit Würde, es ist der Geist, der die Worte beseelt.
Ja, wir armen Leute, seufzte Guste, so etwas kommt selten an uns.
Kennen Sie Schiller, Frau Mertens? fragte der Professor.
Schiller? erwiderte sie. Der Demokrat, der Schlosser aus der Weberstraße? Anton kannte ihn früher einmal, aber er hat nichts mehr mit ihm zu thun. Wir können es beide versichern.
Der Professor lachte laut und lange, dann faßte er in seine Binde und sagte beruhigend: Seien Sie ohne Sorge, ich glaube es. Es ist lieblich diese Naivität zu sehen, die so unschuldig und darum so reizend ist. Nein, liebe Frau Mertens, ich meine einen anderen Demokraten, der freilich auch mancherlei Schlösser und Schlüssel dazu gemacht hat.
Der Herr Professor meint den großen Dichter, Friedrich Schiller, sagte Anton von der Arbeit aufblickend.
Friedrich von Schiller, sprach der Professor belehrend. Also Sie kennen ihn?
Im Handwerkerverein habe ich oft seine Gedichte lesen hören, auch manche Lieder wurden gesungen. Zum Beispiel das schöne Lied an die Freude, fügte er mit einem leisen Seufzer hinzu.