Was geht das mich an, fiel der Geheimrath unruhig ein.

Ich habe Alles versucht ein verhärtetes Gewissen zu rühren, erwiderte der Fabrikant, und vielleicht würde es mir gelungen sein, wenn nicht auch dabei ein Einfluß sich geltend gemacht hätte, der in erbitterter Leidenschaft mich zu verderben sucht.

Das heißt ich — ich bin damit gemeint! unterbrach ihn der Geheimrath mit Heftigkeit.

Wilkau! rief Herzer, beide Hände erhebend, wie weit ist es mit uns gekommen, daß ich so Dir gegenüber stehen muß.

Ich trage keine Schuld daran — ich nicht! versetzte der große, hartblickende Mann. Ich weise jede perfide Andeutung von mir.

Ich läugne meinen Antheil an der Schuld nicht ab, erwiderte Herzer. Ich bin wohl zu heftig gewesen — habe die Verhältnisse nicht richtig beurtheilt — habe Dir zu strenge Vorwürfe gemacht, statt zu bedenken, daß wir Alle Nachsicht nöthig haben und Niemand ein Ketzerrichter sein soll über Glauben und Meinung seiner Brüder.

Ein leises Lächeln lief über Wilkau’s Gesicht. Was kann oder soll ich denn thun? fragte er ruhiger.

Ich will Deine Verwendung in doppelter Art in Anspruch nehmen, sagte Herzer, und bitte Dich inständig darum. Herr von Gravenstein steht Dir so nahe, daß es nicht schwer für Dich sein kann, ihn zu bewegen, mir das Kapital nur auf ein Jahr noch zu lassen, oder doch auf ein halbes Jahr. Ich bin nicht ruinirt, aber bedrängt und verstrickt. Bei meinem Worte! dem Worte eines ehrlichen Mannes, er soll keinen Pfennig an mir verlieren.

Ich glaube kaum, erwiderte Wilkau, daß meine Verwendung etwas nützen kann.

Alfred hat mir erklärt, daß er einen letzten Termin gesetzt hat.