So ist es, in drei Tagen, am Weihnachtsabend, soll ich zahlen.
Was man nicht kann, sagte Wilkau, kann man eben nicht.
Ich muß es, wenn Gravenstein es fordert.
Du mußt? fragte der Geheimrath. Nachdem Du Deine kostbaren Vorräthe glücklich nach Hamburg geschafft hast, sollte ich meinen, eine Beschlagnahme, selbst wenn diese erfolgte, könnte Dich nicht so sehr beunruhigen.
Meine Ehre, die Ehre meines Sohnes bürgt dafür, erwiderte der Fabrikant, dessen Gesicht sich röthete.
Hat Gravenstein keine weitere Bürgschaft? fragte der Geheimrath.
Herzer hielt mühsam an sich, es kostete ihm sichtlich große Ueberwindung. — Ich glaube, sagte er, daß Herr von Gravenstein nichts Besseres haben kann, als was er besitzt. Ich werde zahlen und muß zahlen, und wenn ich Alles hergeben soll, was noch mein ist; aber ich bitte Dich dringend, mir zu helfen.
Wenn Herr von Gravenstein wirklich so hart sein sollte, selbst gegen Deine Fürsprache, fuhr er dann fort, als Wilkau schwieg, — aber nein! es ist nicht möglich — doch wenn es so wäre, nun so giebt es vielleicht noch einen andern Weg. — Daß ich betrogen worden bin von Zippelmann, hast Du früher oft mir selbst gesagt; daß er falsch geschworen hat, ist mir wenigstens so gewiß, wie die Sonne am Himmel steht. Du hast große Macht über ihn. Mein Gott! ich verlange nichts, als diese fünftausend Thaler, oder wenn es nicht anders sein kann, will ich sie als Darlehn betrachten, verzinsen, wieder bezahlen.
Er legte seine heiße Hand auf die kalten Hände des großen Mannes, und sah ihm bittend in das undurchdringliche Gesicht. — Laß Dich bewegen, Wilkau, fuhr er mit bebender Stimme fort. Es wird mir schwer, unendlich schwer, aber vergieb und vergiß, was uns trennte. Um unsrer alten Freundschaft, um Recht und Gewissens willen weise mich nicht ab.
Hat nicht Dein Sohn Felix, Deine Tochter und Du selbst, habt Ihr nicht Alle schon jede Mine springen lassen, um Zippelmann dazu zu vermögen? fragte Wilkau grollend. Dein Sohn hat ihm Wechsel vorgelegt.