Genug, genug! fiel sie ein. Ich habe keine Antwort dafür.
So habe ich denn alle Hoffnung verloren, sagte er. Keine Stimme in Dir spricht für mich?
Nein! ich hoffe zu Gott, nein! erwiderte sie mit Anstrengung.
Also Haß wo Liebe war, unversöhnlicher, bitterer Haß!
Auch der nicht, sagte sie leise bebend. Wir wollen Beide unsern Weg gehen, Beide glauben, daß wir uns täuschten und daß es nicht anders sein sollte.
Fromm und schön! rief der Herr lauter, aber mir genügt es nicht. Ein Anderer hat meinen Platz eingenommen. Antworte auf meine Frage. Ist es nicht so? Ich weiß mehr, wie Du meinst.
Ich habe keine Antwort darauf, sagte sie kaum hörbar.
Gravenstein! flüsterte er, indem er ihren Arm hart anfaßte. Wie Du zitterst! Ja, Gravenstein!
Es ist Wahnsinn! rief sie verächtlich.
Du lügst es Dir vor, fuhr er hastig fort. Er weiß es, er hat es in Deinen Augen gelesen; oder glaubst Du, der ehrenfeste Baron nachtwandelte umsonst an Deinen Fenstern vorüber? stände umsonst dort und hörte Deine Lieder? Und wenn er Abends spät von Deiner beglückten Nebenbuhlerin, von seiner Braut kommt, von Elisens Küssen noch warm ist, was treibt ihn dann hierher, um an Deiner Thür zu seufzen? — Es ist möglich, rief er höhnisch lachend, daß Du selbst nicht weißt, welchen Schaden Deine zärtlichen Blicke angestiftet haben; aber die Wirkung ist da, es kommt darauf an, wie man sie benutzt.