Und dies Gewebe von Verläumdung und Gemeinheit soll ich hier erfahren? sagte sie stolz. Ist es fertig oder fehlt noch etwas daran?

Nicht ganz, erwiderte er. Gravenstein war entschlossen, Euch auspfänden zu lassen, er sah Dich und seine Entschlüsse wankten; er suchte einen Ausweg, den Dein Bruder ihm bot. Du kennst diesen Ausweg?

Herr von Gravenstein handelte edelmüthig, als er den Vorstellungen meines Bruders nachgab und meinem armen hart geprüften Vater eine Frist bewilligte.

Edelmüthig allerdings, aber Dein Bruder that mehr als er nöthig hatte. Er wußte nicht, wie lammweich das Tigerherz des Barons geworden war. Er gab ihm Wechsel.

Wechsel! wiederholte Clara und plötzlich lief es wie ein Blitz durch ihren Kopf, sie dachte an die Fragen und Antworten ihres Vaters und Bruders.

Wechsel! erwiderte der Herr, indem er sich zu ihr neigte und mit höhnischem Ausdruck hinzufügte: Papiere besondrer Art, die keines Menschen Auge sehen darf.

Warum nicht? Was sagen Sie da? fragte sie fast unhörbar.

Weil sie falsch sind! flüsterte er ihr ins Ohr.

Sie legte die Hand an die eisige Mauer, als suche sie eine Stütze, plötzlich aber richtete sie sich auf und sagte mit großer Festigkeit: Wem Sie diese Nachricht auch verdanken mögen, sie ist nichtswürdige Verleumdung. — Herr von Gravenstein wird pünktlich wie mein Bruder es ihm zugesagt, sein Geld empfangen.

Es ist möglich, erwiderte der Herr gleichgültig lachend, aber das ändert nichts. Ich bin es nicht allein, der von dem Verbrechen weiß, auch Andre wissen es, die Deines Vaters und Bruders Todfeinde sind. Jeden Augenblick kann das Beil auf Euch niederfallen.