Fort, sagte er hastig, ich will ihn nicht sehen. Mach, was Du willst, ich weiß wahrhaftig nicht, wie ich lügen soll, ohne die Wahrheit zu sagen. Brings in’s Geschick, liebste Guste, es soll nicht lange dauern, so bin ich wieder da.
Er lief durch die Hinterthür in die Küche hinaus, als der Professor bedächtig eben die Treppe hinabstieg. Die Frau packte die Tassen zusammen in den Spülnapf und warf einen listigen Blick durch das Glasfenster, als der Besuch draußen klopfte.
Ach, mein Gott! rief sie, die nassen Hände an der Schürze trocknend, der Herr Professor, und wie sieht es hier aus.
Häuslich und wirthschaftlich, erwiderte Viereck. Ohne alle Störung, Frau Mertens, guten Morgen. Ich habe Sie wohl überrascht? Und wo ist der Mann?
Ich bin ganz allein, sagte sie mit koketter Verlegenheit ein wenig verschämt und doch mit gehöriger Dreistigkeit lachend.
Und so hübsch, so zierlich, so allerliebst! rief der gelehrte Herr, indem er mit der Hand an ihr schwarzes Polkajäckchen hinabstrich.
Blos wie es sich gehört, erwiderte Guste ausbeugend. Aber der Herr Professor sind schon so früh auf der Straße.
Aus Theilnahme für Sie, kleine Frau, sagte er mit seinem freundlichsten Grinsen; aus einem Zuge meines Herzens, der mich zu Ihnen reißt.
Na, wer das glauben wollte! Wenn’s eine Brücke wäre, ich ginge nicht drüber! rief die hübsche Frau, ihre großen blauen Augen schelmisch aufschlagend.
Der Professor griff in seine Halsbinde und deutete mit drei Fingern auf sein Herz. Zweifeln Sie nie, sprach er mit Würde. Wenn ich sage: Es ist so! so steht es fest, es ist so! Meine Freundschaft ist treu, und eben weil ich ein treuer Freund bin, geben Sie mir Ihre Hand.