"Du scherzest, Anne Lene; was geht mich Juliane an?"
"Nein, nein, Marx! Nimm dich in acht; Claus Peters tanzt schon den zweiten Tanz mit ihr."
"Aber, Anne Lene!"—Ich trat zu ihr. "Willst du mit mir tanzen?"
"Weshalb denn nicht?"
"Aber ein Menuett, Anne Lene!"
"Ein Menuett, Marx!—Und", fügte sie lächelnd hinzu, "nicht wahr, Freund
Simon darf dabeisein?"
Als wir gehen wollten, faßte die Alte Anne Lenes Hand. "Kind", sagte sie besorgt, "der Doktor hat's dir ja verboten!"
Aber Anne Lene erwiderte: "Oh, gute Wieb, es schadet nicht; ich weiß das besser als der Doktor!" Und mein Verlangen, mit ihr zu tanzen, war so groß, daß ich mir diese Versicherung gefallen ließ.
Als wir oben in den Saal getreten waren, ging ich in die Ecke zu dem kleinen Drees und bestellte ein Menuett. Er blätterte in seinen Büchern umher; aber er hatte den alten Tanz nicht mehr darin; wir mußten uns mit einem Walzer begnügen. Claus Peters trat an den Tisch, schenkte ihm das Glas voll und stieß mit ihm an. "Aufgespielt, Drees!" rief er, "aber kratze nicht so, es kommen feine Leute an den Tanz."
Der Alte setzte sein Glas an den Mund. "Nun, Herr Peters", sagte er, indem er den jungen Menschen mit seinen kleinen scharfen Augen ansah, "auf daß es uns wohlgehe auf unsern alten Tagen!"