Sie hatte bei seinen ersten Worten die Hand ihres Mannes versichernd in die ihrigen gepreßt; seine letzten Worte konnten sie nicht erfreuen. „Für wen soll der Besitz?“ sagte sie. „Du müßtest denn ein ander Weib nehmen; ich bring’ dir keine Kinder.“
Tränen schossen ihr in die Augen; aber er zog sie fest in seine Arme. „Das überlassen wir dem Herrgott,“ sagte er; „jetzt aber, und auch dann noch sind wir jung genug, um uns der Früchte unserer Arbeit selbst zu freuen.“
Sie sah ihn lange, während er sie hielt, aus ihren dunkeln Augen an. „Verzeih, Hauke,“ sprach sie; „ich bin mitunter ein verzagt Weib!“
Er neigte sich zu ihrem Antlitz und küßte sie: „Du bist mein Weib und ich dein Mann, Elke! Und anders wird es nun nicht mehr.“
Da legte sie die Arme fest um seinen Nacken: „Du hast recht, Hauke, und was kommt, kommt für uns beide.“ Dann löste sie sich errötend von ihm. „Du wolltest von dem Schimmel mir erzählen,“ sagte sie leise.
„Das wollt ich, Elke. Ich sagte dir schon, mir war Kopf und Herz voll Freude über die gute Nachricht, die der Oberdeichgraf mir gegeben hatte; so ritt ich eben wieder aus der Stadt hinaus, da, auf dem Damm, hinter dem Hafen, begegnet’ mir ein ruppiger Kerl; ich wußt’ nicht, war’s ein Vagabund, ein Kesselflicker oder was denn sonst. Der Kerl zog den Schimmel am Halfter hinter sich; das Tier aber hob den Kopf und sah mich aus blöden Augen an; mir war’s, als ob es mich um etwas bitten wolle; ich war ja auch in diesem Augenblicke reich genug. „He, Landsmann!“ rief ich, „wo wollt Ihr mit der Kracke hin?“
Der Kerl blieb stehen und der Schimmel auch. „Verkaufen!“ sagte jener und nickte mir listig zu.
„Nur nicht an mich!“ rief ich lustig.
„Ich denke doch!“ sagte er; „das ist ein wacker Pferd und unter hundert Talern nicht bezahlt.“
Ich lachte ihm ins Gesicht.