"Ja, ja, Wiesenbauer, Ihr könnt schon lachen; aber was soll aus uns andern werden, wenn das so fortgeht!"
Der Bauer drückte mit dem Daumen die Asche in seinen Pfeifenkopf und stieß ein paar mächtige Dampfwolken in die Luft. "Seht Ihr", sagte er, "das kommt von der Überklugheit. Ich hab's ihm immer gesagt; aber Euer Seliger hat's allweg besser verstehen wollen. Warum mußte er all sein Tiefland vertauschen! Nun sitzt Ihr da mit den hohen Feldern, wo Eure Saat verdorrt und Euer Vieh verschmachtet."
Die Frau seufzte.
Der dicke Mann wurde plötzlich herablassend. "Aber, Mutter Stine", sagte er, "ich merke schon, Ihr seid nicht von ungefähr hergekommen; schießt nur immer los, was Ihr auf dem Herzen habt!"
Die Witwe blickte zu Boden. "Ihr wißt wohl", sagte sie, "die fünfzig Taler, die Ihr mir geliehen, ich soll sie auf Johanni zurückzahlen, und der Termin ist vor der Tür."
Der Bauer legte seine fleischige Hand auf ihre Schulter. "Nun macht Euch keine Sorge, Frau! Ich brauche das Geld nicht; ich bin nicht der Mann, der aus der Hand in den Mund lebt. Ihr könnt mir Eure Grundstücke dafür zum Pfand einsetzen; sie sind zwar nicht von den besten, aber mir sollen sie diesmal gut genug sein. Auf den Sonnabend könnt Ihr mit mir zum Gerichtshalter fahren."
Die bekümmerte Frau atmete auf. "Es macht zwar wieder Kosten", sagte sie, "aber ich danke Euch doch dafür."
Der Wiesenbauer hatte seine kleinen klugen Augen nicht von ihr gelassen.
"Und", fuhr er fort, "weil wir hier einmal beisammen sind, so will ich
Euch auch sagen, der Andrees, Euer Junge, geht nach meiner Tochter!"
"Du lieber Gott, Nachbar, die Kinder sind ja miteinander aufgewachsen!"
"Das mag sein, Frau; wenn aber der Bursche meint, er könne sich hier in die volle Wirtschaft einfreien, so hat er seine Rechnung ohne mich gemacht!"