Da, eines Sonntags morgens, kam mein Bruder Christian wieder einmal mit solcher Fahrt hereingestürzt, wie er es allemal tat, wenn er was Besonderes zu verkünden hatte. Aber, Gott bewahre, wie sah der Junge in seinen Sonntagskleidern aus! Das ganze Gesicht voll Blut; das eine Auge dick verschwollen!
›Wo kommst du her?‹ rief mein Vater. ›Bist du in dem Krieg gewesen?‹
›Nein,‹ sagte der Junge; ›wir haben uns nur geprügelt.‹
— ›Schon wieder einmal? Und das am heiligen Sonntag? Was ist denn heute wieder los gewesen?‹
›Ja, Vater,‹ sagte Christian und wischte sich erst mit dem Ärmel das Blut von seiner Backe; ›sie haben schon mehrmals so gelogen, ich hab' es euch nur nicht erzählen mögen; die Jungens sagen, Peter Liekdoorns Finger ist in unserem Bier gewesen!‹
Meine Mutter schrie laut auf; mein Vater war nur totenbleich geworden. ›Darum also!‹ sagte er leise.
In diesem Augenblicke wurde angeklopft, und Nachbar Ivers trat herein, der lange nicht dagewesen war.
›Nun, Ivers!‹ sagte mein Vater, ›kommt Ihr auch einmal? Ihr wagt's ja auch nicht mehr, von unserem Bier zu trinken!‹
›Hm!‹ machte der Alte und sah meinen Vater mit seinen klugen Augen an. ›Aber, um Christi willen, was ist mit dem Jungen da passiert!‹
— ›Ja, was ist mit ihm passiert! Erzähl's nur selber, Christian, warum du dich geschlagen hast.‹