›Ja, Nachbar Ivers,‹ sagte Christian, ›die Jungens sagen alle, Peter Liekdoorns Finger ist in unserem Bier gewesen!‹

— ›Hm — so, mein Jüngelchen! Und da hast du mit allen dich deshalb geschlagen?‹

›Nein, nicht mit allen; nur mit ein Stücker viere, aber tüchtig!‹

Der Alte sah ihm in sein verschwollenes Angesicht und nickte. ›Aber es nützt nur nicht viel, Christian, und wenn du es auch mit allen fertig gebracht hättest. — Nachbar Ohrtmann,‹ wandte er sich zu meinem Vater, ›ich komme just um dessen willen zu Euch; ich möcht' Euch raten, nehmt Euren alten Lorenz einmal tüchtig ins Gebet! Ihr wisset wohl nicht, weshalb er mit seinem alten Kameraden durchaus die Henkersnacht hat teilen wollen?‹

›Ei freilich,‹ rief meine Mutter; ›er hat ihm für die gestohlenen Butterbröte die himmlische Wegzehrung wollen bereiten helfen!‹

›Das nebenbei, Frau Nachbarn,‹ sagte Ivers, ›vor allem aber hat er ihm noch bei lebendigem Leibe seinen Daumen abgekauft; die alten Weiber in der Stadt erzählen sich das ganz genau.‹

›Habt Ihr nichts anderes zu berichten, Ivers, als dies dumme Zeug?‹ frug mein Vater.

›Nein, Nachbar Ohrtmann; aber vergesset nicht, den Alten quält die neue Brauerei, wenn sich das Bier mit Eurem gleich nicht messen kann; und dann — der Finger war ja hinterher auch ohne Kauf zu haben! Nach der Hexenweisheit war es zwar genug, ihn unterm Drümpel einzugraben, aber besser ist gewißlich immer besser; und so wird er denn gleich in den Braukessel selbst hineingekommen sein.‹

Mein Vater schüttelte den Kopf.

›Ihr wollt mich doch nicht glauben machen, daß unser alter Lorenz sich den Finger von dem Hochgericht geholt habe?‹