Sie tat es. Nachdem sie die abgeschnittenen Rosen in ihre Schürze gesammelt, ging sie, ohne ein Wort zu sagen, nach dem Gartenhause und trat bald darauf mit leeren Händen wieder aus der Tür. — Sie hatte zierliche Füße und einen behenden Tritt; aber sie stieß im Gehen, unmerklich fast, mit den Knien gegen das Gewand. Der junge Mann folgte dieser Bewegung, so wenig schön sie sein mochte, mit den glücklichsten Augen; er merkte es kaum, als die Geliebte jetzt wieder vor ihm stand. »Nun,« fragte sie, »was sagte die Frau Syndika? oder war es eine von ihren sieben Töchtern?«
»Sie sagte« — und er ließ seine Augen langsam an ihrer feinen Gestalt hinaufgleiten — »sie sagte: ›Die Mamsell Fränzchen ist eine angenehme Person; aber gehen tut sie wie eine Bachstelze!‹«
»O du!« — — und Fränzchen legte die Hände auf den Rücken ineinander und sah freudestrahlend auf ihn nieder.
»Seitdem,« fuhr er fort, »konnte ich's nicht wieder von mir bringen; überall habe ich müssen dich vor mir gehen und hantieren sehen.«
Sie stand noch immer vor ihm, schweigend und unbeweglich.
»Was hast du?« fragte er, »du siehst so stolz und vornehm aus!«
Sie sagte: »Es ist das Glück!«
— »O! eine Welt voll!« Und er zog sie mit beiden Armen zu sich nieder.