So saß sie eines Nachmittags neben ihrem Mann im Wohnzimmer und blickte in den Dampf, der leise singend aus der Teemaschine aufstieg.

Rudolf, der eben seine Zeitung durchgelesen hatte, ergriff ihre Hand. "Du bist so still, Ines; du hast mich heute nicht ein einzig Mal gestört!"

"Ich hätte wohl etwas zu sagen", erwiderte sie zögernd, indem sie ihre
Hand aus der seinen löste.

—"So sag es denn!"

Aber sie schwieg noch eine Weile.

—"Rudolf", sagte sie endlich, "laß dein Kind mich Mutter nennen!"

—"Und tut sie denn das nicht?"

Sie schüttelte den Kopf und erzählte ihm, was am Tage ihrer Ankunft vorgefallen war.

Er hörte ihr ruhig zu. "Es ist ein Ausweg", sagte er dann, "den hier die Kinderseele unbewußt gefunden hat. Wollen wir ihn nicht dankbar gelten lassen?"

Die junge Frau antwortete nicht darauf, sie sagte nur: "So wird das Kind mir niemals nahekommen."