Er war aufgesprungen; er streckte die Arme mit geballten Fäusten in die leere Luft, als müsse er seine Sehnen prüfen, um sogleich auf Leben und Tod den Kampf mit der geliebten Feindin zu bestehen.

Über ihm in der Eiche rauschten noch immer die Vögel durcheinander; da schlug der Hund an, und die ganze Schar erhob sich mit lautem Krächzen in die Luft. Aber aus dem Walde hörte er ein anderes Geräusch; kleine leichte Schritte waren es, die eilig näher kamen, und bald gewahrte er zwischen den Baumstämmen das Flattern eines Frauenkleides. Er drückte die Faust gegen seine Brust, als könnte er das rasende Klopfen seines Blutes damit zurückdrängen.

Atemlos stand sie vor ihm.

"Franziska!" rief er. "Wie blaß Sie aussehen!"

"Ich bin gelaufen", sagte sie, "ich habe Sie gesucht."

"Mich, Franziska? Es wird schon dunkel hier im Walde."

Sie mochte die Antwort, nach der ihn dürstete, in seinem Antlitz lesen; aber sie sagte einfach—und es war der Ton der Dienerin, welche ihrem Herrn eine Bestellung ausrichtet: "Es ist jemand da, der Sie zu sprechen wünscht."

"Der mich zu sprechen wünscht, Franziska?"

Sie nickte. "Es ist der Vormund, der Schuster", sagte sie beklommen, als fühle sie das Pech an ihren Fingern.

"Ihr Vormund! Was kann der von mir wollen?"