»Bitte!« sagte er kurz. Er verfärbte sich, und einen Augenblick traten die Muskeln an seinen Schläfen hervor, denn er biß die Zähne zusammen. Er streckte mit einer äußerst entschiedenen Bewegung die Hand aus, als wollte er sagen: »Nur schnell, bitte, das Unangenehme, nur keine Vorbereitungen!«
Stehend las er die Zeilen auf dem Papier, indem er eine seiner hellen Brauen emporzog und langsam die lange Spitze seines Schnurrbartes durch die Finger zog. Es war ein Telegramm und lautete: »Erschreckt nicht. Komme umgehend mit Erika. Alles ist zu Ende. Eure unglückliche Antonie.«
»Umgehend … umgehend«, sagte er gereizt und sah die Konsulin mit schnellem Kopfschütteln an. »Was heißt umgehend …«
»Das ist nur so eine Redensart, Tom, das hat nichts zu bedeuten. Sie meint: ›Sogleich‹ oder etwas Ähnliches …«
»Und aus Berlin? Was tut sie in Berlin? Wie kommt sie nach Berlin?«
»Ich weiß es nicht, Tom, ich begreife es noch nicht; die Depesche ist vor zehn Minuten gekommen. Aber es muß etwas geschehen sein, und wir müssen abwarten, was es ist. Gott wird geben, daß alles sich zum Guten wendet. Setze dich, mein Sohn, und iß.«
Er nahm Platz und schenkte sich mechanisch Porter in das dicke, hohe Glas.
»Alles ist zu Ende«, wiederholte er. »Und dann ›Antonie‹. – Kindereien …«
Dann aß und trank er schweigend.
Nach einer Weile wagte die Konsulin zu bemerken: »Sollte es etwas mit Permaneder sein, Tom?«