Und Thomas fuhr fort. Er fing mit den größeren Gegenständen an und schrieb sich diejenigen zu, die er für sein Haus gebrauchen konnte: die Kandelaber des Eßsaales, die große geschnitzte Truhe, die auf der Diele stand. Frau Permaneder war mit außerordentlichem Eifer bei der Sache und hatte, sobald der künftige Besitzer irgendeines Dinges nur ein wenig zweifelhaft war, eine unvergleichliche Art zu sagen: »Nun, ich bin bereit, es zu übernehmen« … mit einer Miene, als verpflichte sie sich mit ihrer Opferwilligkeit die ganze Welt zu Danke. Sie erhielt für sich, ihre Tochter und ihre Enkelin weitaus den größten Teil des Ameublements.

Christian hatte einige Möbelstücke, eine Empire-Stutzuhr und sogar das Harmonium bekommen, und er zeigte sich zufrieden damit. Als aber die Verteilung sich dem Silber- und Weißzeug, sowie dem verschiedenen Speiseservice zuwandte, begann er zu dem Erstaunen aller einen Eifer merken zu lassen, der sich fast wie Habsucht ausnahm.

»Und ich? Und ich?« fragte er … »Ich bitte doch, mich nicht ganz und gar zu vergessen …«

»Wer vergißt dich denn? Ich habe dir ja … sieh doch her, ich habe dir ja schon ein ganzes Teeservice mit silbernem Tablett zugeschrieben. Für das Sonntagsservice mit der Vergoldung haben doch wohl nur wir Verwendung, und …«

»Das alltägliche mit Zwiebelmuster bin ich bereit zu übernehmen«, sagte Frau Permaneder.

»Und ich?!« rief Christian mit jener Entrüstung, die ihn zuweilen befallen konnte, seine Wangen noch hagerer erscheinen ließ und ihm so seltsam zu Gesichte stand … »Ich möchte doch an dem Eßgeschirr beteiligt werden! Wie viele Löffeln und Gabeln bekomme ich denn? Ich sehe, ich bekomme beinahe nichts!…«

»Aber Bester, was willst du denn mit den Sachen anfangen! Du wirst ja gar keine Verwendung dafür haben! Ich begreife nicht … Es ist doch besser, solche Dinge bleiben im Familiengebrauch …«

»Und wenn es auch nur als Andenken an Mutter wäre«, sagte Christian trotzig.

»Lieber Freund«, erwiderte der Senator ziemlich ungeduldig … »ich bin nicht aufgelegt, zu scherzen … aber deinen Worten nach zu urteilen, scheint es, als wolltest du dir als Andenken an Mutter eine Suppenterrine auf die Kommode stellen? Ich bitte, doch nicht anzunehmen, daß wir dich übervorteilen wollen. Was du an Effekten weniger erhältst, wird dir natürlich demnächst in anderer Form ersetzt werden. Es ist mit dem Weißzeug ebenso …«

»Ich wünsche kein Geld, ich wünsche Wäsche und Eßgeschirr.«