„Was soll ich tun?“

„Was ich Ihnen sagte.“

„Das heißt: abreisen?“

Herr Settembrini schwieg.

„Wollen Sie sagen, daß ich nach Hause reisen soll?“

„Das habe ich Ihnen gleich am ersten Abend geraten, Ingenieur.“

„Ja, und damals war ich frei, es zu tun, obgleich ich es unvernünftig fand, die Flinte ins Korn zu werfen, nur weil die hiesige Luft mir ein bißchen zusetzte. Seitdem hat sich die Sachlage aber doch geändert. Seitdem hat sich diese Untersuchung ergeben, nach der Hofrat Behrens mir klipp und klar gesagt hat, es lohnte die Heimreise nicht, in kurzem müßte ich doch wieder antreten, und wenn ich’s da unten so weitertriebe, so ginge mir, was hast du, was kannst du, der ganze Lungenlappen zum Teufel.“

„Ich weiß, jetzt haben Sie Ihren Ausweis in der Tasche.“

„Ja, das sagen Sie so ironisch ... mit der richtigen Ironie natürlich, die keinen Augenblick mißverständlich ist, sondern ein gerades und klassisches Mittel der Redekunst, – Sie sehen, ich merke mir Ihre Worte. Aber können Sie es denn verantworten, mir auf diese Photographie hin und nach dem Ergebnis der Durchleuchtung und nach der Diagnose des Hofrats die Heimreise anzuraten?“

Herr Settembrini zögerte einen Augenblick. Dann richtete er sich auf, schlug auch die Augen auf, die er fest und schwarz auf Hans Castorp richtete, und erwiderte mit einer Betonung, die des theatralischen und effekthaften Einschlages nicht entbehrte: