Längeres Stillschweigen. Er widerrief nichts. Er wartete, den Wirbel gegen die steile Lehne gedrückt, mit Seherblick auf das Wiederlautwerden der Stimme, ungewiß aufs neue, ob sie noch hinter ihm sei, befürchtend, das abgerissene Musizieren nebenan möchte das Geräusch sich entfernender Schritte verschlungen haben. Endlich jedoch kam es wieder:

„Und Monsieur ist nicht einmal zum Begräbnis des Vetters gefahren?“

Er antwortete:

„Nein, ich habe ihm hier Adieu gesagt, bevor man ihn einschloß, da er anfing, zu lächeln. Du glaubst nicht, wie kalt seine Stirne war.“

„Schon wieder! Was für eine Redeweise zu einer Dame, die man kaum kennt!“

„Soll ich humanistisch reden statt menschlich?“ (Unwillkürlich dehnte auch er das Wort auf schläfrige Weise, ungefähr wie jemand, der sich reckt und gähnt.)

„Quelle blague! – Sie waren immer hier?“

„Ja. Ich habe gewartet.“

„Worauf?“

„Auf dich.“