Er sah ihr erschrocken ins Gesicht.
»Aber, Imma, Sie müssen Geduld mit mir haben und etwas Nachsicht … Bedenken Sie doch, ich bin noch ungelenk … es ist fremder Boden! Ich weiß nicht, wie es kam … Ich glaube, ich wollte uns Zeit lassen. Und dann traten verschiedene Anforderungen an mich heran …«
»Natürlich, Sie mußten zum Schein nach der Scheibe schießen, ich habe es gelesen. Wie gewöhnlich hatten Sie einen bedeutenden Erfolg zu verzeichnen. Sie standen da kostümiert und ließen sich von einer ganzen Wiese voll Menschen lieben …«
»Halt, Imma, o bitte, keinen Galopp!… Es ist unmöglich, ein Wort zu sprechen … Lieben, sagen Sie. Aber was ist das für eine Liebe? Eine Wiesenliebe, eine ungefähre, oberflächliche Liebe, eine Liebe von weitem, die nichts bedeutet – eine Liebe in Gala und ganz ohne Vertraulichkeit! Nein, Sie brauchen durchaus nicht böse zu sein, daß ich sie mir gefallen lasse, denn nicht ich habe gut davon, sondern einzig die Leute, die erhoben werden dadurch, und das ist ihr Verlangen. Aber ich habe auch mein Verlangen, Imma, und Sie sind es, an die ich mich damit wende …«
»Womit kann ich Ihnen dienen, Prinz?«
»Ach, Sie wissen es wohl! Es ist Vertrauen, Imma – könnten Sie nicht ein wenig Vertrauen zu mir haben?«
Sie sah ihn an, und so dunkel eindringlich wie jetzt hatten ihre übergroßen Augen noch niemals geforscht. Aber wie inständig auch die stumme Bitte war, mit der er an ihr hing, so wandte sie sich doch ab und sagte mit verschlossener Miene: »Nein, Prinz Klaus Heinrich, das kann ich nicht.«
Er stieß einen Laut des Kummers aus, und seine Stimme zitterte, als er fragte: »Und warum können Sie nicht?«
Sie antwortete: »Weil Sie mich daran hindern.«
»Aber wie hindere ich Sie? Bitte, sagen Sie mir's!«