Alle schwiegen.

»Großer Gott, Albrecht,« sagte Ditlinde endlich, »wie man nun immer über Spoelmann und seinesgleichen denken mag – und ich denke vorsichtig über ihn, dessen kannst du versichert sein –, aber glaubst du nicht, daß der Besuch dieses Menschen dem Quellengarten zu großem Nutzen gereichen kann?«

Der Großherzog wendete den Kopf mit seinem feinen und steifen Lächeln.

»Fragen wir Fräulein von Isenschnibbe«, antwortete er. »Sie hat zweifellos auch diese Seite der Sache bereits ins Auge gefaßt.«

»Da Königliche Hoheit befehlen … Zu gewaltigem Nutzen! Zu unermeßlichem, ganz unberechenbarem Nutzen – das liegt auf der Hand! Die Direktion ist selig, sie ist imstande und bekränzt das Füllhaus, illuminiert den Quellenhof! Welche Empfehlung! Welche Anziehung für die Fremden! Wollen Königliche Hoheit doch erwägen … Dieser Mann ist eine Sehenswürdigkeit! Großherzogliche Hoheit sprachen eben von ›seinesgleichen‹ – aber er hat nicht seinesgleichen, kaum, höchstens ein paar. Das ist ein Leviathan, ein Vogel Roch! Wie sollte man nicht weither kommen, um ein Wesen zu sehen, das täglich so gegen eine halbe Million zu verzehren hat!«

»Bewahre!« sagte Ditlinde erschüttert. »Und mein guter Philipp, der sich mit seinen Torfstichen plagt …«

»Die Sache fängt damit an,« fuhr das Fräulein fort, »daß seit ein paar Tagen in der Wandelhalle da draußen zwei Amerikaner herumlaufen. Wer sind sie? Es stellt sich heraus, daß es Journalisten sind, Abgeordnete zweier großer Neuyorker Zeitungen. Sie sind dem Leviathan vorangereist und telegraphieren ihren Blättern vorläufig Schilderungen der Örtlichkeit. Wenn er da ist, werden sie über jeden Schritt telegraphieren, den er tut – gerade wie der ›Eilbote‹ und der ›Staatsanzeiger‹ über Euere Königliche Hoheit berichten …«

Albrecht verbeugte sich dankend, mit niedergeschlagenen Augen und indem er die Unterlippe emporschob.

»Er hat die Fürstenzimmer im Quellenhof mit Beschlag belegt,« sagte Jettchen, »als vorläufige Unterkunft.«

»Für sich allein?« fragte Ditlinde …