Klaus Heinrich begann von neuem: »Ich sehe mit großer Spannung der Besichtigung Ihrer Sammlung entgegen, Herr Spoelmann.«

»Richtig«, antwortete Herr Spoelmann. »Wollen meine Gläser ansehen. Sind Liebhaber? Vielleicht auch Sammler?«

»Nein,« sagte Klaus Heinrich, »zum Sammeln bin ich bei aller Vorliebe noch nicht gekommen.«

»Keine Zeit?« fragte Herr Spoelmann … »Ist der Offiziersdienst so zeitraubend?«

Klaus Heinrich antwortete: »Ich tue nicht mehr Dienst, Herr Spoelmann. Ich bin à la suite meines Regiments gestellt. Ich trage die Uniform, das ist alles.«

»Ach so, zum Schein«, sagte Herr Spoelmann knarrend. »Was tun denn den ganzen Tag?«

Klaus Heinrich hatte aufgehört, Tee zu trinken, hatte alles von sich geschoben bei diesem Gespräch, das seine ganze Aufmerksamkeit erforderte. Aufrecht saß er da und verantwortete sich, während er fühlte, daß Imma Spoelmanns Blick groß, schwarz und forschend auf ihm ruhte.

»Ich habe Pflichten bei Hofe, bei den Festen und Zeremonien. Ich habe auch auf militärischem Gebiet zu repräsentieren, bei Rekrutenvereidigungen und Fahnenweihen. Dann muß ich Empfänge abhalten, in Vertretung meines Bruders, des Großherzogs. Und dann gibt es kleine dienstliche Reisen, in die Ortschaften des Landes, zu Enthüllungen und Einweihungen und anderen öffentlichen Feierlichkeiten.«

»Ach so«, sagte Herr Spoelmann. »Zeremonien, Feierlichkeiten. So für die Gaffer. Na, dafür fehlt mir jedes Verständnis. Ich sage Ihnen once for all, daß ich nichts halte von Ihrem Beruf. That's my standpoint, sir.«

»Ich verstehe vollkommen«, sagte Klaus Heinrich. Er hielt sich aufrecht in seinem Majorsrock und lächelte schmerzlich.