Auf dem Rückwege wurde ich nur über drei kurze Strecken getragen, einmal vom Esel, dann aber vom Eseltreiber, weil jener das zweite Mal, gleich Anfangs, sammt dem Reiter, in den Schlamm stürzte. Siebente Stazion des Elendes.
Der Anblick Kairos und des Mokatam stimmten mein Herz zur innigsten Freude. Nach vierundzwanzigstündiger Abwesenheit war ich wieder in der Hauptstadt, die mich wie eine zweite Heimath ansprach. Die vierundzwanzig Stunden machen mir das Pyramidenland unvergeßlich. Diese Schilderung belehrt, daß zur Ueberschwemmungszeit an den Besuch der Pyramiden von Memphis (Gizeh) sich ungewöhnliche Mühseligkeiten knüpfen.
Es gibt nichts angenehmeres, als nach großen Anstrengungen wieder auszuruhen, und nichts Süßeres, als den Widerwärtigkeiten des Lebens aufrichtig zu zürnen. Es war mir ein Labsal, den ganzen Zorn auf die Wasser, die Führer und die Pyramiden zu entladen. Ich wollte über trockenes Land, da denn die mannigfaltigen Hindernisse der ausgetretenen Wasser; ich wollte zu rechter Zeit mich mit Speise und Trank erquicken, da denn die geschäftige Folter des Hungers und Durstes; ich wollte eine Wohnung unter Lebendigen, da denn das harte Ruhekissen der Pyramide in der wüsten Todtenstadt. Wie ein Kind, dem man einen Spiegel vorhält, nach seinem Bilde greift, so langte ich nach einer Reihe von Truggestalten. Wer kennt nicht die Gespenster, die unablässig sich bemühen, die arme Seele des Menschen irre zu leiten?
Wegweiser in und um Kairo.
Erster Tag. Man verfügt sich an einem Morgen frühe nach dem Nile, darüber zum Garten Ibrahim-Paschas. Von da nach dem Aquädukt. Von hier nach Altkairo und dem Nilometer. Nun sieht man das armenische und koptische Kloster, in letzterem Mariens Altar, und dann die große Moschee A’mrus. Man reitet über Turâb-el-Seydeh Omm Kàsim zurück. Nachmittags begibt man sich zum Konsul, der bis zum folgenden Tage die Erlaubniß für den Eintritt in den Garten von Schubbra auswirkt.
Zweiter Tag. Man reitet, aber nur nicht an einem Sonntage, auf die Burg; hier der Jussufsbrunnen. Auf dem Rückwege bewundert man die Gräber von Kâyd-Bei. Abends reitet man nach dem Schubbragarten.
Dritter Tag. Man kann das Militärkrankenhaus, den Esbekiehplatz, etwa einen Brutofen ansehen, zur Zeit der Fütterung im Katzenstifte sich einfinden.
Vierter Tag. Gehe man zu Fuß, um die verschiedenen Bassar zu durchmustern, denn auf dem Esel, der manchmal gallopirt, schwinden die Gegenstände zu schnell am Auge vorüber.
Zwei Tage erfordert der Weg nach Abusabel, und ebenso viel derjenige über Sakâra nach den Pyramiden von Gizeh.