Maria klagte: »Aber dann wirst du ja nicht hier sein zur Hochzeit!«
»Nein, das werde ich dann nicht,« sagte Esther mit einem seltsamen Lächeln und strich sich das Haar aus den Schläfen.
»Ach – aber – gelt, du bist doch nicht böse, wenn wir nicht warten bis du wiederkommst, Schwesterchen?
Du weißt doch, wir haben schon so lange warten müssen, bis Lothar die Anstellung bekam.
Lydia kann ja –«
»Ja, ich weiß, Lydia kann mich hier ersetzen,« sagte Esther und ging hinaus, ihren Koffer zu packen.
Dann telegraphierte sie nach Eriksgaard: »Ich reise morgen früh ab.« –
Am Abend saß sie mit Lydia und dem Brautpaar noch zusammen.
Lydias liebevolle Besorgnis nahm sie heute ungerecht auf. Es erinnerte sie so sehr daran, daß Lydia sie so ganz, so lückenlos ersetzen würde. Keiner würde sie, nicht einmal äußerlich, entbehren.
Man sprach sehr wenig. Es lag auf allen wie eine scheue Ahnung, daß eines unter ihnen war, das Schmerzliches in sich trug.