»Vater mag nicht, wenn so viele Menschen kommen,« meinte Eliza.

»Dummerlein! Gar keine Menschen sollen kommen! Wir geben das Fest ganz für uns allein.

Diese Zimmer sind so ganz versunken in Traurigkeit und Langeweile – man muß sie ein bißchen fröhlich machen!« – –

Nach dem Pachthof zu lag ein Wald. Die drei jungen Menschen machten sich auf zu einer Entdeckungsreise – Ein Fest braucht Blumen und Kränze.

Sie bahnten sich einen Weg durch Brombeerhecken und Haselnußgebüsch, sie gingen bis zu den Knöcheln im weichen, modernden Laub und wählten das Froheste unter den frohen Farben des Herbstes.

Ein kleiner Hügel kam; auf dem gab es ein Rankengewirr aus Jelängerjelieber und Waldrebe, das schon von feinen staubweißen Samenperücken übersponnen war.

Arne trat vor und schnitt ein paar lange Guirlanden herunter. An der einen saß noch ein Blütenbüschel. Er brach dieses rötliche Sträußchen und überreichte es Esther ganz feierlich. »Je länger – je lieber.«

Esther nahm es, drehte es zwischen den Fingern und lächelte. Sie lächelte und sah zwischen den Baumzweigen hindurch nach dem Himmel; der war von blauem Glas. – Es roch gut nach feuchter Erde, fast wie Veilchen, und kräftig nach welkem Buchenlaub und Baumrinde, die schon des Nachts bereift gewesen. – Beim Stillstehen fühlte sie das Blut wie heißen Wein durch ihren Körper rinnen.

Und sie lächelte und drehte den Blütenstiel zwischen den Fingern – ging ein paar Schritte – drehte – und ließ achtlos die Blüten fallen.

Nur Eliza hatte es gesehen.