Sie hob sie auf, trat hin zu Esther und fragte: »Warum thust du das?«

Wie ein schmerzlicher Vorwurf klang dieses »Warum thust du das?« – Und dann: »Wenn du sie nicht haben willst, gieb sie mir – aber du darfst nicht fortwerfen, was er dir giebt.«

Esther zog die Augenbrauen hoch, antwortete nichts und ging zur Seite. Eliza folgte ihr niedergeschlagen.

Sie kamen auf einen Feldweg. Am Waldrand rief Arne: »Fräulein Esther! Eliza! Hier diesen Weg müssen wir zurück! Sie gehen falsch!«

Eliza berührte mit den Fingerspitzen Esthers Arm und sagte ängstlich: »Er meint, wir gehen falsch!«

Esther wandte ihr Gesicht, das in übermütiger Lustigkeit einen knabenhaften Zug erhielt, zu dem Kind und sagte: »Laß ihn nur – er wird uns schon nachkommen!«

»Das thut er nicht,« meinte Eliza zweifelnd.

Aber da sahen sie schon wie Arne, den Kampf gegen die Ackerschollen aufnehmend, querfeldein herübergestiegen kam.

Eliza bog den Kopf zur Seite und sah Esther sanft und verwundert an.

Esther lächelte nur – ein ganz kleines, spitzbübisches Lächeln.