»Du bist anders geworden,« sagte Eliza.


Das Gartenzimmer stellte einen prächtigen Tanzsaal vor. – Ein ganz besonderer Luxus war mit den hohen, dicken Wachskerzen getrieben, die ihr Licht so seltsam einschmeichelnd verteilen, wie eine Stimme, die von verborgner Liebe redet.

In einer halberhellten Ecke saß der alte Rude in seinem steifen hochlehnigen Sessel. Er saß steif und aufrecht und glich mehr als je einem Gemälde der niederländischen Schule – jenem Typ voll Charakter und fast einfältiger Würde, von dem man jedoch sicher ist, daß er klug zu reden und klug zu schweigen versteht.

Eliza trug ein weißes Kleid. Sie mochte nie tanzen, saß auf einem Tisch und geigte. Sie machte große ernste Augen und spielte so ungewöhnlich leise. Ein recht eigenartiges Spiel war es: ganz ohne Kraft und Temperament – nur eine Tonreihe kleiner überzarter Liebkosungen.

Es gab nur das eine Paar, das tanzte. – Sie waren zusammengeheftet – konnten nicht aufhören.

Die Lichter schwirrten – warme Luft zog wellengleich vorüber. Esther fühlte sich ermatten – so ganz weich, langsam, leise. – Sie tanzte mit gelösten Gliedern.

Und da war der, der sie hielt und leitete. Sie spürte seine warme, ruhige Kraft. – Sie sah zu ihm auf und lächelte ein wenig unsicher. – Plötzlich sah sie – rote Beeren durch den Nebel schimmern? – Ja, es war dieses alte, alte Gefühl der Lust, das sie einmal überkam, wenn sie die roten Beeren der Eberesche durch den Nebel leuchten sah.

Das Blut lief ihr mit einem heißen, schmerzhaften Ruck durch den Körper – – Rote – Beeren – durch den – Nebel – leuchten –

»Ist Ihnen nicht wohl, Fräulein Esther?«