Eliza war wie umgewandelt. »Ja! ja! Theater spielen wir!« rief sie und schlenkerte vergnügt mit den Armen durch die Luft.

»Sind Ihrer Majestät, der Königin Esther, unsre Pläne angenehm?« wandte sich nun Arne zu Esther. Seine Augen leuchteten immer so zärtlich, wenn er mit ihr sprach.

Ja, Ihre Majestät genehmigte den Vorschlag, und nun schleppte man alles herbei, was das Haus an dramatischer Litteratur bergen mochte.

Vor allem mußte der gute alte Holberg herhalten, dem sein unvergleichlicher Humor nun einmal die ewige Jugend verliehen hat. Die große Schwierigkeit blieb nur, daß kein Stück die gebührenden Rollen für die Bewohner beider Häuser vereinigte. Man verfügte zwar recht kategorisch über die Abwesenden, kam aber doch zu keinem befriedigenden Beschluß.

»Wenn wir nun ein paar Akte aus einem modernen Drama spielten und danach eine kürzere Holberg-Komödie?« meinte Esther endlich.

Ja, so ging es.

Man wählte ein Stück aus Hedda Gabler, das sich ganz gut außer Zusammenhang spielen läßt, und danach Holbergs »Der verwandelte Bräutigam«.

»Ich bin Pernille!« bestimmte Eliza eifrig. Die andern mochten ihretwegen sehen, wie sie auskamen. Eliza begann im kokettesten Kammerzofenschritt umherzuwandeln, schon jetzt ihre Rolle vorkostend.

»Aber wer ist Hedda Gabler?« meinte Esther nachdenklich.

»Die bist du – und er ist Ejlert Lövborg, der Dichter, natürlich!« erklärte Eliza.