Einen französischen „Führer“ durch Malmedy gibt es bis jetzt nicht. Ein ziemlich gutes Büchlein ist „Malmedy und das Thal der Warche“ von Hermann Rehm. Der landschaftliche Teil ist ausführlich darin behandelt, aber der geschichtliche und ethnographische Teil weist manche Lücke auf. Manche von den interessantesten Fragen werden nicht einmal darin berührt. Übrigens wird Malmedy auch in den Eifelführern behandelt, von denen der beste vom Eifelverein herausgegeben ist. Den Bemühungen dieses Vereins ist es zu danken, daß mit jedem Jahre mehr Touristen ihre Schritte nach dieser Gegend lenken.

Das Wallonische, welches in Malmedy und Umgegend gesprochen wird, unterscheidet sich von demjenigen in Belgien einerseits durch eine etwas veränderte Betonung und andererseits durch die Aufnahme germanischer Sprachelemente. Schön klingt es keineswegs, und es ist für einen Kenner des Französischen zum großen Teil unverständlich. In dem Gedichte „Die Wallonen“ spottet Alexander Kaufmann über das Wallonische, indem er St. Jürgen vor der Himmelsthüre sagen läßt:

„Als auf Erden ich einst Linddrachen erlegt und Gewürme,

Lernt’ ich auch Sprachen dabei — nur eine, Gewalt’ger, verzeiht mir,

Wollte mir nicht in den Kopf, so verzweifelt konfus ist der Mischmasch.

Drunten in Hainault redet man sie, auch schwätzt in Namur man,

Wenn ich nicht irre, das Zeug und in Limburg, wo man den Käse,

Wißt Ihr, den trefflichen, macht, und die Leute benennen’s Wallonisch.

Dreißig Jahr studirt’ ich daran, doch immer vergebens,

Ob ich das Englische gleich in vierzehn Tagen erlernt.“