Der Bruder war leichenblaß, er hatte ein Gefühl, als hätte er einen Schlag auf den Kopf bekommen. Seinen Händen entglitt der Korb.

Jockerl jagte derweil auf den nächsten Baum zu, kletterte daran in die Höhe und hüpfte bald als ein braunes, kleines Etwas im Gewirr der Äste herum. Mit Geschrei verfolgten ihn die Kinder. Auch Toni und Suse kamen von draußen herein und schlossen sich der Verfolgung an. Jockerl kletterte vom Baum herab, rannte dreimal um das große Blumenbeet und verschwand in den Ziersträuchern am Wege. Auf das gräßliche Geschrei der Kinder hin kam nun der Gärtner der Villa herbei, und, sie für Eindringlinge von der Straße haltend, warf er ihnen seine Schaufel und Hände voll Erdklumpen hintendrein. Der Sand prasselte und stob ihnen um die Ohren.

Sie kümmerten sich nicht darum. Sie schlugen mit den Knüppeln an die Bäume und schrien: „Jockerl, Jockerl, komm herunter! Jockerl, Jockerl!“

Der Jockerl aber schwang sich immer weiter fort. Noch einmal jagte er um die schönsten Blumenbeete herum und in die Ziersträucher hinein. Dann verließ er den Garten auf Nimmerwiedersehen. Im Park der gegenüberliegenden Villa verschwand er.

Voll dumpfen Grolls auf ihren Bruder Henner traten sie darauf den Heimweg an.

In dem Haus der Frau Cimhuber aber wuchs die Angst vor dem Kamel von Stunde zu Stunde. Vor allen Dingen Ursel zweifelte nicht mehr daran, daß es komme. Erschallte unten auf der Straße Lärm, oder ließen sich aufgeregte Stimmen vernehmen, so beugte sie sich ängstlich über die Fensterbrüstung und spähte in die Tiefe.

„Es kommt, es kommt,“ rief sie an einem Morgen so laut, daß auch Frau Cimhuber herzklopfend herbeieilte und sich weit über die Fensterbrüstung beugte. Ihre Brille fiel dabei in die Tiefe.

Die ganze Aufregung war einem Reklamewagen zu verdanken, der mit bunten Tierbildern bemalt, am Kanal entlang fuhr.

„Ich sehe Gespenster am hellen Tag,“ erklärte Ursel seufzend, „das endet nicht gut.“

An demselben Morgen, an dem sich dieser Zwischenfall ereignete, erschien ein Beamter des Zoologischen Gartens, um nach der Adresse von Hansens Vater zu fragen. —