Doch der Onkel leitete das Gespräch geschickt auf den Besuch über, den die Kinder vor einigen Tagen in seinem Hause gemacht hatten. Dann mußte Hans erzählen, wie es ihm im Zoologischen Garten gefallen habe, welches Tier für seinen Geschmack das schönste sei. Und so allmählich kamen die drei auch auf das Abenteuer mit dem Kamel zu sprechen.

Durch Suses lebhafte Zeichensprache ermuntert, erzählte Hans frei und offen alles, was sich gestern zugetragen hatte.

„Hast du nicht vielleicht auch Lust gehabt, ein ganz klein wenig mit Sand zu werfen, wie du sahst, daß die andern es taten?“ forschte sein Onkel.

Hans sagte ganz erschreckt: „Das tut man doch nicht, das tut den Tieren ja weh.“

Da trat ein bekümmerter Zug in das Gesicht seines Onkels und wich nur ganz langsam wieder. Dann leitete der Besucher das Gespräch auf harmlosere Dinge über und fragte schließlich die beiden, ob sie nicht Lust hätten, ihn und seine Kinder bald einmal wieder zu besuchen. Er werde ihnen dann Geschichten erzählen, und seine Sammlung von wilden Tieren zeigen.

Da wurden Bruder und Schwester sehr verlegen, bekamen rote Köpfe und drucksten an einer Antwort herum. Endlich stotterte Hans: „Ihre Kinder und die schwarzen Frauen haben gesagt, wir sind schmutzig und arm, und jetzt dürfen wir niemals mehr zu ihnen auf Besuch kommen. Unsere Eltern wollen’s nicht.“

Und Suse setzte verlegen hinzu: „Unsere Mutter hat noch geschrieben, sie möchte nicht, daß wir immerzu daran denken, daß wir auch so wunderschöne Dinge haben möchten wie Sie, einen so schönen Pfau und solch einen schönen Garten und solche ausgestopften Tiere und Schlangen in Spiritus. Dann würde sie sich für uns schämen. Wir sollen nicht neidisch sein. Wenn wir älter sind, dürfen wir sie einmal wieder besuchen, jetzt nicht.“

Wieder kam der bekümmerte Ausdruck in das Gesicht des Onkels. Er sah nach seiner Uhr und sagte: „Es ist Zeit, daß ich gehe. Ich habe mich schon etwas verspätet. — Dann also, adieu. — Das mit dem Kamel wird sich machen. — Wo ist Frau Cimhuber?“ fragte er Suse.

Darauf holte das kleine Mädchen die Pfarrfrau, und als er sich freundlich von ihr und den Kindern verabschiedet hatte, ging er die Treppe hinunter...