Seine Schwester seufzte tief.
„Aber, Toni, sei doch nicht so sauer wie ein Essighafen,“ bat Theobald, „und mach lieber mit.“
Wieder seufzte die Schwester und sagte dann schweren Herzens: „Allein laß ich dich nicht hingehen, Theobald, sonst gibt’s wieder gräßliches Unheil.“
„Wann soll die Mumie durchforscht werden?“ fragte der Bruder jetzt.
„Um acht Uhr, gelt, Suse,“ meinte Hans.
„Ja, ja, das ist die rechte Zeit. — Frau Cimhuber hat nämlich gesagt, wir sollen gleich nach Tisch in unser Zimmer gehen. Und dann ist Ursel in der Küche und wäscht das Geschirr und klappert gräßlich damit und singt Volkslieder und Choräle und hört nichts.“
„Vorzüglich,“ rief Theobald, „dann setzt eure Lampe auf die Fensterbank zum Zeichen, daß alles sicher ist und daß wir kommen können.“
Nach dieser Vereinbarung trennten sich die Verschwörer, Suse mit einem tiefen Seufzer. —
Bei Tisch daheim im Hause der Frau Cimhuber ging es heute recht feierlich zu.
Unnahbar und ihnen weltenfern entrückt, kam der Missionar Hans und Suse vor. Susens tiefen Knicks beim Eintreten schien er ebensowenig beachtet zu haben wie Hansens Verbeugung, die tiefste Ehrerbietung bekundete. — Und nachher während des Mahles, als er ein Glas Wasser verlangte und Hans auf ein Zeichen der Pfarrfrau davonstob und wiederkehrend stolperte und sich und Herrn Edwin bis zum Ellbogen naß goß und Entschuldigungen stammelte wie ein verwirrter Kellner, verzog er keine Miene.