„Ach, wär’ ich doch daheim, ach, wär’ ich doch daheim,“ jammerte Suse da.
Hans war kreidebleich. Der Schrecken über Suses Flucht und der Spektakel am Schilderhaus hatten ihm auch etwas die Fassung geraubt. Und nun sagte er sich, daß sie sich verlaufen hätten und wohl zu spät zur Schule kämen.
Wie die beiden noch so rat- und hilflos dastanden, nahte mit einem Male ein Retter.
Ein Knabe kam des Wegs, der die beiden Dorfkinder schon aus der Ferne musterte.
Unter seinem Arm schleppte er ein Paket Bücher, die Nase mit den Sommersprossen trug er keck in der Luft, die Mütze hatte er tief in die Stirn gezogen, und seine blitzenden blauen Augen richteten sich dreist jedem Vorübergehenden in das Gesicht.
„Servus,“ rief er plötzlich, daß es über die Straße schallte, „da schlag doch einer lang hin! Seh’ ich recht?“
Hans und Suse horchten auf, folgten der Richtung des Rufes, erkannten den Rufer und jubelten laut: „Theobald, Theobald!“
Ja, er war’s! Theobald, einer ihrer zahlreichen Vettern. Die Krone ihrer Vettern sozusagen.
Dieser Knabe hatte sie nämlich schon einige Male mit seinen Besuchen in ihrem einsamen Gebirgsdorfe beehrt und auch seine letzten Ferien dort verbracht. Damals war zwar viel öfters als sonst in der Hand ihres Vaters, des Doktors, eine geschmeidige Haselgerte zu sehen gewesen, die dann auf Theobalds Rücken lustige Tänze ausgeführt hatte.
Aber schöne Zeiten waren’s doch gewesen.