Hans spürte, wie seine Stirn eiskalt wurde. — Der Lehrer meinte natürlich ihn. Ja, er hätte daheim bleiben sollen in Schwarzenbrunn.

Zitternd vor Ärger ergriff Herr Meyer jetzt den Kuhmagen zum zweitenmal und pustete ihn auf. Nun bedurfte es nur noch einiger schwacher Atemzüge, dann war dieser ganz und gar mit Luft gefüllt.

Da geschah etwas Unerwartetes.

Durch die Klasse schwirrte plötzlich eine Papierkugel und fiel mitten auf des Lehrers Nase nieder. Sein Kopf fuhr auf, und die Glasröhre fiel zur Erde. Es war totenstill in der Klasse. Dann sprang Herr Meyer in die Höhe und fuhr die Knaben an: „Wer hat das getan?“ Keiner antwortete.

Fest hefteten sich da die Augen des Lehrers auf Hans. — Unsicher flogen des kleinen Knaben Blicke durch die Klasse. — War nicht seine Hand wie von einem Wurf ermattet unter die Bank gesunken, als der Lehrer aufgeblickt hatte?

„Ich weiß genau, wer es getan hat,“ rief der Lehrer lauter als vorher.

„Du, der Neue, da hinten in der Ecke, komm mal her! Wie heißt du doch gleich?“

Mechanisch ging der Junge auf das Pult zu und sah den Lehrer hilfesuchend und verstört an.

„Gesteh mal, du hast’s getan,“ donnerte ihm dieser entgegen.

Hans würgte an einer Antwort, aber sie kam nicht über seine Lippen. Der Ausdruck seiner Augen wurde immer unglücklicher und hilfloser.