In der großen Amtsstube, in die sie nun kamen, saßen und standen Beamte herum, schrieben und ordneten Papiere oder redeten miteinander. Und alle sahen auf und musterten die Flüchtlinge.
Einer trat sogar näher, stellte sich vor sie hin und betrachtete bald den einen, bald den andern wie ein Meerwunder. Suse fühlte, wie der Boden unter ihr schwankte und wie ihr ganz schwarz vor den Augen wurde. —
Wie aus der Ferne hörte sie eine Stimme reden und sah einen großen Mann mit einem langen Bart wie in Dunst gehüllt vor sich stehen. — Die Tränen liefen ihr über das Gesicht. — Und an ihrer Seite stotterte Hans allerlei dummes Zeug, das kein Mensch verstehen konnte, auch sie nicht.
Da, als die Not am höchsten gestiegen war, nahte unversehens Rettung aus der Stadt. — — —
Dort hatten sich inzwischen auch die aufregendsten Szenen abgespielt. Sie begannen fast mit dem Augenblick, als Hansens und Susens Zug die Halle verließ.
Da atmete Theobald erleichtert auf.
Das erhebende Gefühl, sich wieder einmal durch seine Tatkraft und sein forsches Eingreifen ausgezeichnet zu haben, beherrschte ihn ganz. Er ahnte ja nicht, der vortreffliche Held, was er eigentlich angerichtet, und was er im wohlgezielten Wurf hinter seinen kleinen Verwandten hergeschickt hatte. Ihm schien alles über die Maßen gut gelungen, eine fein eingefädelte, vortrefflich weitergeführte Sache. Toll genug war’s freilich zugegangen.
Nun galt es aber, sich endlich mal wieder ein menschliches Ansehen zu verleihen. Schnell nahm er einen kleinen Spiegel zur Hand, betrachtete sich, rückte seinen Kragen und Schlips zurecht und strich sich das Haar glatt. Noch war er mit dieser Beschäftigung nicht zu Ende, da rief jemand neben ihm: „Theobald, sind sie schon fort?“
Und an seiner Seite stand Toni, die atemlos hinter ihm dreingekommen war. — Er nickte. —