„Sind sie drin?“ rief sie dabei, „sind sie drin? Antworte doch, Esel!“
Und mit ausgestreckter Hand wies sie auf den wartenden Zug.
Aber Theobald sah sie blöde an. Alle seine geistigen Fähigkeiten schienen ihn verlassen zu haben; und auch Toni stand wie eine Nachtwandlerin da und krampfte vor Schreck die Hände zusammen.
Da rannte Ursel stracks auf den Zug zu, öffnete schnell eine Tür und verschwand im Innern des Wagens. Noch hatte sie sich nicht vollständig auf die Bank niedergelassen, da fuhr der Zug auch schon davon.
„Lieber, lieber Gott,“ rief Toni, „sie sitzt ja drin, sie fährt ja in der verkehrten Richtung! Ruf sie, Theobald, ruf sie!“
„Was soll ich tun?“ rief Theobald entrüstet. „Hast du eine Ahnung, wie die mich am Arm gepackt und gekniffen hat, diese Riesenschere, diese Kneifzange, diese wilde Habichtsnase mit ihren Wolltüchern! Außerdem hab’ ich jetzt Wichtigeres zu tun, als sie zurückzuholen. Ich renne jetzt zu Onkel Fritz und wecke ihn auf. Er muß hinter Hans und Suse herfahren und ihnen Geld zur Weiterreise bringen. — In dreiviertel Stunden geht der Bummelzug. Ich würde selbst hinfahren, aber wenn wir zur Aufstehenszeit nicht daheim sind, geht’s uns übel. Dann entdecken’s der Vater und die Mutter.“
„Nein, nein,“ rief Toni, „weiterfahren dürfen Hans und Suse auf keinen Fall. Ursel hat uns gesehen. Und wenn’s rauskommt, daß die Kinder durch unsere Hilfe fortgekommen sind, dann ist für uns alles aus. — Der Vater hat schon gesagt, noch eine Dummheit von mir, und ich komme überhaupt nicht mehr ins Theater. Und ohne künstlerische Genüsse kann ich nicht leben.“