Und auch Theobald, der wieder zurückgekommen war, mahnte: „Komm schnell, Suse, wir wollen gemeinsam in die Höhle der Löwen.“
Widerstrebend folgte sie der Aufforderung.
Da plötzlich blieb Theobald stehen, klapperte mit den Zähnen und sagte flüsternd: „Himmel! Himmel! Da vorn steht sie und hat die Kinnladen auseinandergeklappt wie ein Scheunentor! Himmel! Himmel! Sie schnalzt mit der Zunge! Was wird das geben! Mein Herz! Mein Herz! In den Hosen sitzt’s mir schon! Jetzt halt deine Ohrläppchen fest!“
Suse zitterte am ganzen Körper und schaute erbleichend geradeaus. Dort mitten im Weg standen zwei kohlpechrabenschwarze Frauen und musterten die Kinder. Das Weiß ihrer Augen und die blanken Zähne leuchteten gespensterhaft aus ihren nachtschwarzen Gesichtern. Wie mit Blutstropfen betupft, so kamen Suse ihre Augenränder vor.
Im Gebüsch des Weges hatten diese unheimlichen Gestalten sicher auf die Kinder gelauert und wollten sie nun überfallen.
„Sag’ ihr guten Tag, und küß ihr die Hand. — Die rechts mit dem großen, hohlen Zahn ist’s,“ drängte Theobald. „Schnell, schnell, sonst stürzt sie sich auf dich los und dann — adieu Ohrläppchen.“ —
Suse war nicht imstande, einen Schritt zu tun, so lähmte ihr der Schreck alle Glieder.
Erst ganz allmählich kam ihr die Besinnung wieder, und dann dachte sie nur auf ihre Rettung.
Wie ein Pfeil flog sie über den Rasenplatz der Terrasse zu an dem Pfau vorüber, der mit gellendem Geschrei aufflog und wie ein lebendig gewordenes Heubündel neben ihr herrauschte.