Aber nichts dergleichen traf ein.
Vielmehr jammerte sie ärger als bislang weiter: „Frau Cimhuber, haben Sie jemals daran gedacht, daß wir noch einmal in unserem Leben ein Kamel bekommen werden? Ich nicht. Nur Bärenführer ziehen damit herum.“
„Aber Ursel, beruhigen Sie sich doch!“ rief Frau Cimhuber. „Das Kamel ist ja überhaupt noch nicht da. Wir wissen ja noch gar nicht, ob es kommt.“
„Es kommt, haben Sie keine Angst, es kommt!“ rief Ursel. „Das sag’ ich Ihnen aber, ich verreise, wenn es kommt. Ich will nicht sehen, wie die Leute die Fenster und Türen aufreißen und lachen, wenn sie’s da unten vor unserer Haustür stehen sehen und warten.“
Hansens Verstörtheit nahm angesichts dieser Verzweiflung zu. Und es war ihm zu Sinn, als habe sich das gräßliche Tier bereits zur Tür hereingedrängelt und wolle nicht mehr weichen.
Mit Suse schlich er hinaus.
„Du brauchst keine Angst zu haben,“ sagte die Schwester, den Arm um ihren Bruder schlingend. „Du hast das Kamel nicht geworfen, und deshalb darf dir auch keiner was tun.“
„Wenn sie’s aber doch glauben, daß ich es gewesen bin.“
„Aber sag’ mal, Hans,“ meinte hier Suse vorwurfsvoll. „Weshalb hast du denn nicht gleich gesagt, daß du’s nicht gewesen bist?“
„Ich hab’ mich so geschämt,“ sagte er leise, „wie sie so gelogen haben. — Ich habe kein Wort sagen können vor Schreck, Suse. — Die lügen ja, Suse! Die lügen!“