„Aber Hans, wir dürfen uns nicht alles gefallen lassen,“ mahnte die Schwester. „Das hat auch Theobald gesagt. Wenn wir recht haben, dürfen wir auch sagen, daß wir recht haben.

Du hättest überhaupt nicht bei dem gräßlichen Jose stehen bleiben und zugucken dürfen, daß er geworfen hat. Du hättest weitergehen sollen.“

„Ich bin gar nicht stehen geblieben. Sieh, Suse, ich bin gerade dazu gekommen, wie er das Kamel geworfen hat. Und wie es vor Schreck mit den Augen gezwinkert hat, hat er gelacht. Da hab’ ich ihm gesagt: Laß das sein, das tut ihm weh!

Da sind alle miteinander wütend geworden, am wütendsten die schwarzen Frauen, und haben gesagt: Geh fort, du hast uns hier nichts zu sagen. Du und Suse, ihr seid beide schmutzig und arm.“

„Was?“ rief Suse blitzenden Auges und kirschrot vor Zorn. „Das haben sie gesagt? Oh, wie häßlich!

Das sind die gräßlichsten Menschen auf der ganzen Welt. Und wir sind viel sauberer als sie. Und wir baden uns jeden Tag. Und das schreib’ ich jetzt alles dem Vater und der Mutter hin, und der Vater soll ihnen die Wahrheit sagen. Und sie sollen so Angst bekommen, so Angst, daß sie sich gar nicht mehr aus ihrem Garten ’raus trauen.“ Und die Rede der Fremdlinge wurmte Suse so, daß sie heute abend an nichts anderes mehr denken konnte, sondern mit dem Gedanken daran ihr Lager aufsuchte.

Hans drehte und wendete sich des Nachts unter Stöhnen hin und her. Suse merkte nichts davon.

Am andern Morgen ganz früh waren die beiden schon wach und rüsteten sich für ihren Gang zu Philipp. Frau Cimhuber und Ursel waren mit dem Vorhaben der Kinder einverstanden, denn alle Schritte, die Hans in seinem Abenteuer mit dem Kamel von Vorteil sein konnten, sollten gefördert werden.

Besonders Ursel drängte zum Aufbruch.