Begonia Rex
Die verbreitetste Art ist Begonia Rex Putz. aus Ostindien, welche zu Anfang der fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts eingeführt wurde. Ihre großen dunkelgrünen Blätter sind mit einer breiten, silberweißen unregelmäßigen Zone versehen, unterseits rötlich grün mit blaßgrüner Zone und mit rötlich behaarten Nerven versehen. Diese Stammart ist mit einer Anzahl anderer Arten, wie B. xanthina Hook. gekreuzt worden, die Bastarde sind wieder untereinander gekreuzt und so hat man eine sehr große Anzahl von Formen erhalten, welche durch prächtige Blattfärbungen ausgezeichnet sind. Die echte Stammform der Begonia Rex ist mittlerweile ziemlich selten geworden. Begonia xanthina Hook. aus Ostindien hat dunkelgrüne Blätter [pg 74] mit hellen Nerven, auf der Unterseite sind die Blätter kupferrot. Die Blüten sind gelb. Einer anderen Gruppe gehört Begonia discolor R. Br.[44] an, deren unterseits tiefrote, oberseits reingrüne, metallisch glänzende Blätter an verhältnismäßig dünnen, bis dreiviertel Meter hohen Ästen sitzen, welche aus einer Knolle entspringen. Diese Art bildet in den Blattachseln Brutknöllchen, welche im Herbste, wenn die Stengel und Blätter absterben, abfallen. Eine sehr hübsche immergrüne Art ist Begonia argyrostigma Fisch., welche bis einen Meter hoch wird und dunkelgrüne, reinweiß gefleckte, etwas fleischige Blätter trägt. Sehr dekorativ durch ihre großen, siebenzackig gelappten Blätter ist Begonia heracleifolia Cham. et Schl. Die Blätter stehen auf langen rauhhaarigen, dicken Blattstielen, welche [pg 75] von einem dicken, kriechenden Wurzelstocke ausgehen. Fast noch schöner ist die ähnliche Begonia ricinifolia, deren oberseits bräunlich-dunkelgrüne Blätter einen prächtigen Seidenglanz besitzen. In der Farbe von den bisherigen ganz abweichend ist die mit sammetglänzenden, smaragdgrünen Blättern versehene Begonia smaragdina hort., welche klein bleibt und sich am schönsten fern vom Lichte entwickelt.
Begonia maculata
Myrtaceae
Unter den Myrtengewächsen gibt es- eine große Anzahl schöner Blattpflanzen, welche sich gut im Zimmer halten lassen. Über ihre Kultur im allgemeinen ist zu bemerken, daß sie eine gute humusreiche Erde, guten Wasserabzug, reichliche Bewässerung während der Vegetationsperiode, kühlen aber frostfreien Winterstandort haben wollen. Im geheizten Zimmer halten sie sich schlecht. Die bekannteste Art ist die gewöhnliche Myrte, Myrtus communis L., die im Sommer viel frische Luft, im Winter einen hellen frostfreien Platz haben will. Für Düngung während der Vegetation ist sie sehr empfänglich. Die Vermehrung durch Stecklinge gelingt sehr leicht. Eine andere, nicht seltene Art ist der Blaugummibaum, Eucalyptus Globulus L. aus Australien, dessen blaugrüne Belaubung sich prächtig von der der meisten anderen Blattpflanzen abhebt. Er verlangt während des Sommers außerordentlich viel Wasser und reichlich Nahrung. Man zieht ihn aus Samen heran, die man schon im Februar aussät. Die jungen [pg 76] Pflanzen werden bald einzeln in kleine Töpfe in nahrhafte Erde verpflanzt und erhalten sofort, nachdem die Wurzeln die Topfwand erreicht haben, größere Töpfe. Wenn man dies regelmäßig wiederholt und im Sommer reichlich düngt, kann man leicht in einem Jahre 2–3 m hohe Pflanzen erhalten. In späteren Jahren werden die [pg 77] anfänglich scharf vierkantigen Zweige stielrund und die Blätter nehmen eine ganz abweichende Gestalt an. Neben dieser Art sind noch zahlreiche andere Arten in Kultur, welche sämtlich ebenso zu behandeln sind. Sie variieren im Laube außerordentlich. Bemerkenswert ist die eigentümliche Stellung der Blätter älterer Pflanzen zum Horizont.
Eucalyptus Globulus