Willst Lichtgestalt dich weit erheben
Zu ferner Welten besserm Glück?
Nichts blieb als nur dein Erdenleben
Und unsre Liebe uns zurück.
So zieht die Wolke hin, doch Segen thaut sie nieder,
Der in den Blüthen, die sie weckte, lebt,
Und kehrt so selbst zur Erde wieder,
Wo diese Himmelsfarben webt.
Die Kronen.
Als jedes Herz Dein Jugendglanz entzückte,
Und höher Dich der Schönheit lichter Tag
Als jene Fürstenkrone schmückte,
Die nahe Deiner Wiege lag;
In jedes Glückes schimmerndem Geschmeide
Umwallte da so rauschend Dich die Freude.
Es hielt Dir Wort das glanzerfüllte Leben,
Gabst Du ihm auch die Herrscherkrone hin;
In jener helleren, die Schönheit Dir gegeben.
Begrüßte Dich die Welt als Königin.
Es durften Enkel Deine Knie umfahen,
Doch nicht das Alter Deinem Reize nahen.
Auch diese Krone nahm sich nun zum Raube
Mit kalter bleicher Hand der Tod,
Als abermals die schönere der Glaube
Im hellen Strahlenschimmer bot.
Im lichten Glanz, wie Dich die Welt empfangen,
Bist mit der Krone Du zum Himmel eingegangen.
Im Schlosse zu Mitau neben der Fürstengruft.[B]
Es neigte sich der Tag, und Nebelbilder zogen
Hin an des Stromes grünen Uferrand;
Ich blickte in die Tiefe blauer Wogen
Vom Schlosse nieder, wo ich sinnend stand,
Da war es mir, als stiegen viel Gestalten
Aus nahem Grabgewölb' hervor,
Die hin am Strome auf und nieder wallten,
Nur halb verdeckt vom leichten Nebelflor,
Gehüllt im Schmuck der fürstlichen Gewande,
Wie sie die Vorzeit trug in diesem Lande.