Wenn ich zur Besprechung der Bilder übergehe, habe ich auch hier die angenehme Pflicht, mit einem Dank zu beginnen. Er gilt Herrn J. H. Wagner in Berlin, der aus seinen reichen Bücherschätzen alle Vorlagen für die Reproduktion, insbesondere die kostbare Hagadah von Mantua, zur Verfügung gestellt und wertvolle Ratschläge erteilt hat. Nur die Zeichnung des „Baruch“ (Seite 18) und die Abbildungen aus der Prager Hagadah von 1526 (Randleiste des Titels) und Seite 55 und 132 stammen nicht von ihm. Die Umschlagzeichnung habe ich nach einer Reproduktion der Gruppe „Sulamith“ von unserm Meister Henryk Glicenstein angefertigt.

Der Rahmen um den Titel ist aus einer 1526 zu Prag gedruckten Hagadah (unten das Prager Wappen). Ebendaher das schöne Schmuckblatt zum Sch’foch auf Seite 55, aus dem auf Seite 132 ein Detail wiederholt ist.

Auf Seite 5 ist das Titelblatt eines römischen Machsor abgebildet, das im Jahre 5482 (1722) von Jizchak Jare und Jakob Chawer-tob in Mantua gedruckt wurde. Aus diesem Buche stammen noch die Abbildungen auf Seite 114 und 115. Sie illustrieren die Worte „Mazzah“ und „Maror“.

Seite 12 stellt das Titelblatt einer von Moses May zu Metz im Jahre 5527 (1767) gedruckten Hagadah dar. Die Zeichnung zeigt oben Moses, der das verirrte Lamm sucht und an den brennenden Dornbusch gerät; er hat eben auf Gottes Geheiß die Schuhe abgelegt.

Die beiden unteren Bildchen auf Seite 16 und 17 (der Böse und Der nicht zu fragen weiß) sind aus der in dem Werke Seder Birkath Hamason enthaltenen Hagadah, gedruckt im Jahre 5513 (1753) zu Frankfurt a. O. von Doktor Professor Grilo. Aus demselben Buche sind noch die Abbildungen auf Seite 18 (die Fahrt Abrahams mit dem kleinen Lot über den Strom), Seite 20 (die schwere Arbeit in Mizrajim), Seite 29 (Einzug des Meschiach in Jerusalem, vor ihm der Prophet Eliahu) und Seite 105 (Hasenjagd).

Die Schrift Baruch auf Seite 18 entstammt einer Machsorhandschrift aus dem 13. Jahrhundert, die auf der Hamburger Stadtbibliothek aufbewahrt wird.

Die Abbildung auf Seite 24 (Lehrer beim Vortrag) lieferte ein jüdisch-deutsches Minhagim-Buch, gedruckt von Herz Levy Rofe (Arzt) in Amsterdam 5483 (1723). Ebendaher die Abbildungen auf Seite 160 (Mazzahmehl-Mahlen), 164 (Mazzothbacken), 193 (Kaschern der Gefäße) und 194 (B’dikath Chamez, Wegräumung des Gesäuerten; das Kind unterm Tische hält das Licht).

Seite 37 zeigt die Nachbildung des Titelblattes einer von Jakob Proops im Jahre 5570 (1810) zu Amsterdam gedruckten Hagadah.

Die Abbildungen auf Seite 58 bis 61 stellen Szenen aus den Vorbereitungen für das Peßachfest dar. Das „Kaschern“, das Scheuern des Geschirrs, das Durchsuchen der Truhen nach Chamez, das Mehlbeuteln. Sie sind in dem Vorbild, einer von Leo von Modena (Jehuda Arje Memodena) mit einer Erläuterung herausgegebenen und von Bragadin in Venedig 5476 (1716) gedruckten Peßach-Hagadah „Z’li esch“ von Sprüchen in jüdisch-deutscher Sprache des 17. Jahrhunderts begleitet, wie: „Die besucht ihre Kisten mit großen Sorgen“, oder: „Und die scheuert ihr Geschirr gar fein.“ Dieselbe Vorlage gab auch die Bildchen auf Seite 75 (Moses und Aaron), Seite 139 (Mazzah und Maror) und Seite 209 (Der Prophet Jesaia).