Kap. 35
1. Alsdann ging ich zu den Enden der Erde gegen Süden, wo ich drei Pforten sah, offen gegen Süden, aus welchen ausströmte Tau, Regen und Wind. 2. Von da ging ich zu den Enden des Himmels ostwärts, wo ich drei himmlische Pforten sah, offen gegen Osten, welche innerhalb kleinere Pforten hatten. Durch jede dieser kleineren Pforten gingen die Sterne des Himmels und liefen gegen Westen auf einem Pfade, welcher von ihnen gesehen wurde, und dies zu jeder Zeit. 3. Als ich's sah, pries ich; jeder Zeit pries ich den Herrn der Herrlichkeit, welcher diese großen und prächtigen Zeichen gemacht hatte, damit sie entfalten möchten die Pracht seiner Werke den Engeln und den Seelen der Menschen, und diese verherrlichen möchten alle seine Werke und Taten, sehen möchten die Wirkung seiner Macht, verherrlichen möchten das große Werk seiner Hände, und ihn preisen bis in Ewigkeit.
Kap. 37, Sect. VI
1. Das Gesicht, welches er sah, das zweite Gesicht der Weisheit, welches Henoch sah, der Sohn des Jared, des Sohnes Malaleel, des Sohnes Kanan, des Sohnes Enos, des Sohnes Seth, des Sohnes Adam. {Vers 2 bei Charles, Oxford 1893 und bei Uhlig, Gütersloh 1984:} Dies ist der Anfang des Wortes der Weisheit, welches ich erhielt, zu verkündigen und zu erzählen denjenigen, welche auf Erden wohnen. Hört von dem Anfange an und versteht bis zu dem Ende die heiligen Dinge, welche ich ausspreche in der Gegenwart des Herrn der Geister. Diejenigen, welche zuvor waren, hielten es für gut, zu sprechen, 2. {Vers 3 bei Charles und bei Uhlig} und laßt uns, welche nachkommen, nicht verhindern den Anfang der Weisheit. Bis zu der gegenwärtigen Zeit ist niemals gegeben worden vor dem Herrn der Geister das, was ich erhalten habe, Weisheit nach der Fähigkeit meiner Einsicht und nach dem Wohlgefallen des Herrn der Geister das, was mir von ihm ist gegeben worden, ein Teil des ewigen Lebens, 3. {Vers 4 bei Charles und bei Uhlig} war in hundert und drei Parabeln, welche ich den Bewohnern der Welt verkündigte.
Kap. 38
1. Erste Parabel. Wenn die Versammlung der Gerechten wird offenbar werden, und Sünder für ihre Verbrechen gerichtet und bestraft werden in dem Angesichte der Welt, 2. wenn Gerechtigkeit wird offenbart werden in der Gegenwart der Gerechten selbst, welche werden auserwählt werden wegen ihrer Werke, gewogen von dem Herrn der Geister, und wenn das Licht der Gerechten und der Auserwählten, welche auf Erden wohnen, wird offenbar werden, wo wird die Wohnung der Sünder sein und wo der Platz des Friedens für diejenigen, welche verworfen haben den Herrn der Geister? Es würde für sie besser gewesen sein, sie wären nie geboren worden. 3. Wenn auch die Geheimnisse der Gerechten werden enthüllt werden, dann werden Sünder gerichtet und gottlose Menschen gequält in der Gegenwart der Gerechten und der Auserwählten. 4. Von dieser Zeit an werden diejenigen, welche die Erde besitzen, nicht (mehr) mächtig sein und erhaben. Und nicht sollen sie fähig sein, zu schauen das Antlitz der Heiligen; denn das Licht des Antlitzes der Heiligen, der Gerechten und der Auserwählten ist gesehen worden von dem Herrn der Geister. 5. Gleichwohl sollen die mächtigen Könige jener Zeit nicht vernichtet, sondern in die Hände der Gerechten und der Heiligen geliefert werden. 6. Und nicht sollen sie von der Zeit an Erbauung erhalten von dem Herrn der Geister, dieweil ihr Leben vollendet sein wird.
Kap. 39
1. In jenen Tagen wird das auserwählte und heilige Geschlecht herabsteigen von den oberen Himmeln, und ihr Same wird dann bei den Söhnen der Menschen sein. Henoch empfing Bücher des Zorns und des Grimms, und Bücher der Verwirrung und Unruhe. 2. Niemals sollen sie Gnade erhalten, sagte der Herr der Geister. 3. Eine Wolke raffte mich dann auf und der Wind hob mich über die Oberfläche der Erde, und setzte mich an das Ende der Himmel. 4. Da sah ich ein anderes Gesicht, die Wohnung und den Ruheplatz der Heiligen. Da sahen meine Augen ihre Wohnung bei den Engeln und ihren Ruheplatz bei den Heiligen. Sie baten, flehten und beteten für die Söhne der Menschen, während Gerechtigkeit vor ihnen floß gleich Wasser, und Gnade gleich Tau über die Erde. Und so ist's mit ihnen von Ewigkeit zu Ewigkeit. 5. Zu jener Zeit sahen meine Augen den Ort der Auserwählten, der Wahrheit, der Treue und der Gerechtigkeit. 6. Unzählbar wird die Anzahl der Heiligen und der Auserwählten sein in seiner Gegenwart von Ewigkeit zu Ewigkeit. 7. Ihre Wohnung sah ich unter den Flügeln des Herrn der Geister. Alle die Heiligen und Auserwählten sangen vor ihm, (welcher) der Erscheinung nach einer Flamme von Feuer gleich, ihr Mund war voll von Segnungen und ihre Lippen verherrlichten den Namen des Herrn der Geister, und Gerechtigkeit (wohnt) unaufhörlich vor ihm. 8. Dort wünschte ich zu bleiben und meine Seele sehnte sich nach dieser Wohnung. Dort war mein Teil zuvor, denn so war es bestimmt worden über mich vor dem Herrn der Geister. 10. Diesen Platz betrachteten meine Augen lange. Ich pries und sagte: Gepriesen sei Er, gepriesen von dem Anfange bis in Ewigkeit. Im Anfange, ehe die Welt erschaffen war, und ohne Ende ist sein Wissen. 11. Was ist diese Welt! Von jedem vorhandenen Geschlecht sollen dich preisen diejenigen, welche nicht schlafen, sondern stehen vor deiner Herrlichkeit, dich preisen, verherrlichen, erheben und sagen: der heilige, heilige Herr der Geister erfüllt die ganze Welt der Geister. 12. Da sahen meine Augen alle, welche, ohne zu schlafen, vor ihm standen, ihn priesen und sagten: Gepriesen seist du und gepriesen sei der Name Gottes von Ewigkeit bis Ewigkeit. Dann verwandelte sich mein Antlitz, bis ich unfähig wurde zu sehen.
Kap. 40
1. Nach diesem sah ich Tausende von Tausenden und Myriaden von Myriaden, und eine unendliche Zahl Volkes vor dem Herrn der Geister stehen. 2. Auch auf den vier Flügeln des Herrn der Geister, auf den vier Seiten nahm ich andere, außer denjenigen wahr, welche (vor ihm) standen. Auch ihre Namen weiß ich, dieweil der Engel, welcher bei mir ging, sie mir verkündigte, und mir jedes Geheimnis entdeckte. 3. Alsdann hörte ich die Stimmen derer auf den vier Seiten den Herrn der Herrlichkeit erheben. 4. Die erste Stimme pries den Herrn der Geister von Ewigkeit zu Ewigkeit. 5. Die zweite Stimme hörte ich preisen den Auserwählten und die Auserwählten, welche gemartert werden um des Herrn der Geister willen. 6. Die dritte Stimme hörte ich bitten und beten für diejenigen, welche auf Erden wohnen und anflehen den Namen des Herrn der Geister. 7. Die vierte Stimme hörte ich austreiben die bösen Engel und sie verhindern zu treten in die Gegenwart des Herrn der Geister, damit sie nicht Klagen erheben gegen die Bewohner der Erde. 8. Nach diesem ersuchte ich den Engel des Friedens, welcher mit mir ging, alles zu erklären, was verborgen war. Ich sagte zu ihm: Wer sind diese, (welche) ich gesehen habe auf den vier Seiten, und deren Worte ich gehört und aufgeschrieben habe? Er versetzte: Der erste ist der barmherzige, der geduldige, der heilige Michael. 9. Der zweite ist der, welcher (gesetzt) über jedes Leiden und jede Wunde der Menschensöhne, der heilige Raphael. Der dritte, welcher (gesetzt) über alles, was mächtig ist, ist Gabriel. Und der vierte, welcher (gesetzt) ist über Reue und die Hoffnung derjenigen, welche ewiges Leben erben werden, ist Phanuel. Dieses sind die vier Stimmen, welche ich zu jener Zeit hörte.