1. Ich fing nun an auszusprechen die dritte Parabel über die Gerechten und über die Auserwählten. 2. Heil euch, ihr Gerechten und Auserwählten; denn herrlich ist euer Los. 3. Und die Gerechten werden in dem Lichte der Sonne sein, und die Auserwählten in dem Lichte des ewigen Lebens; kein Ende werden die Tage ihres Lebens haben, und den Heiligen werden die Tage nicht gezählt werden, und sie werden Licht suchen und Gerechtigkeit erlangen bei dem Herrn der Geister. 4. Friede sei bei den Gerechten bei dem Herrn der Welt! 5. Und fortan wird man sagen, daß sie im Himmel suchen die Geheimnisse der Gerechtigkeit, den Anteil der Treue; denn sie sind hervorgetreten gleich der Sonne über die Erde, und Finsternis ist verschwunden. Und Licht, welches kein Ende hat, wird sein, und Zählung der Tage werden sie nicht unternehmen; denn zuvor wird vernichtet Finsternis, und Licht wird stark werden vor dem Herrn der Geister. Und das Licht der Rechtschaffenheit wird stark werden immerdar vor dem Herrn der Geister, [im 365sten Jahre von dem Jahre Henochs des Propheten und von der Geburt Lamechs im 36sten].

Kap. 57

1. In diesen Tagen sahen meine Augen die Geheimnisse der Blitze und der Strahlen, und ihr Gericht. 2. Sie leuchten zum Segen und zum Fluch, nach dem Willen des Herrn der Geister. 3. Und da sah ich die Geheimnisse der Donner, wenn es schmettert oben im Himmel, und ihr Schall gehört wird. 4. Und die Wohnungen der Erde wurden mir gezeigt. Der Schall des Donners ist zum Frieden und zum Segen, aber auch zum Fluch, nach dem Worte des Herrn der Geister. 5. Alsdann wurden alle Geheimnisse der Strahlen und Blitze von mir gesehen. Zum Segen und zur Sättigung leuchten sie.

Kap. 58

1. Und es sprach zu mir ein anderer Engel, welcher mit mir ging, 2. und er zeigte mir die Geheimnisse, die ersten und letzten, im Himmel in der Höhe oben, und auf der Erde in der Tiefe, 3. und an den Enden des Himmels, und in der Grundlage des Himmels und in dem Behältnis der Winde, 4. und wie geteilt wurden die Geister, und wie man wog, und wie gezählt wurden die Quellen und die Winde nach der Kraft des Geistes, 5. und die Kraft der Lichter des Mondes, und daß (es) Kraft der Gerechtigkeit (ist), und die Abteilungen der Sterne, ihre einzelnen Namen, 6. und jeden Anteil, (der) zugeteilt ist, und die Donner in ihrem Herabfallen, und jeden Anteil, welcher zugeteilt ist, daß es blitze mit dem Blitze, 7. und daß ihre Heere schnell gehorchen; denn der Donner hat einen Ruhepunkt, mit Beharrlichkeit seines Schalles ist er begabt. Und nicht sind getrennt Donner und Blitz, nicht als eins im Geiste gehen sie beide; doch sind sie auch nicht getrennt. 8. Denn wenn der Blitz blitzt, gibt der Donner seinen Schall, und der Geist ruht seine Zeit, und gleich teilt er zwischen ihnen; denn der Vorrat ihrer Zeiten ist wie Sand, und die einzelnen von ihnen werden zu seiner Zeit mit einem Zaume zurückgehalten, und zurückgewendet durch die Kraft des Geistes; so erfolgt Forttreibung, gemäß der Menge der Länder der Erde. 9. Auch der Geist des Meeres ist mächtig und stark, und gleich wie eine starke Kraft mit einem Zaume es zurück zieht, so wird es auch vorwärts getrieben und zerstreut gegen alle Berge der Erde. Der Geist des Reifes ist sein Engel, der Geist des Hagels ist ein guter Engel und der Geist des Schnees wegen seiner Stärke; und ein Geist ist in ihm besonderlich, welcher aufsteigen läßt von ihm wie Rauch, und sein Name ist Kühlung. 10. Und der Geist des Nebels ist nicht vereint mit ihnen in ihren Behältnissen, sondern er hat ein Behältnis besonders; denn sein Wandel ist in Glanz, in Licht und in Finsternis, in Winter und in Sommer, und sein Behältnis ist Licht und sein Engel ist (dort). 12. Der Geist des Taues hat sein Zelt an den Enden des Himmels, und verbunden ist's mit den Behältnissen des Regens, und sein Wandel ist in Winter und in Sommer, und seine Wolke und die Wolke des Nebels ist vereinigt und eine gibt der anderen; und wenn der Geist des Regens sich bewegt von seinem Behältnis, so kommen Engel und öffnen sein Behältnis und bringen ihn heraus, 13. und wenn er ausgestreut wird über die ganze Erde, und wenn er sich verbindet zu jeder Zeit mit dem Wasser in der Erde. Denn das Wasser wird dem zu Teil, welches in der Erde sich befindet, weil es Nahrung für die Erde von dem Erhabenen, welcher im Himmel ist. 14. Denn deshalb ist ein Maß im Regen und empfangen ihn die Engel. 15. Dieses alles sah ich bis auf den Garten der Gerechten.

Kap. 59, Sect. X

1. In dem 500sten Jahre, und in dem 7ten Monate, an dem 14ten des Monats, des Lebens Henochs. In diesem Gleichnis sah ich, daß der Himmel der Himmel erbebte in gewaltigem Beben und die Mächte des Erhabenen und die Engel, Tausende von Tausenden und Myriaden von Myriaden waren erregt in großer Aufregung. Und sogleich sah ich das Haupt der Tage auf dem Throne seiner Herrlichkeit sitzen, und die Engel und die Gerechten rings um dasselbe stehen. Und mich selbst ergriff ein gewaltiges Zittern, und Schrecken erfaßte mich. Und meine Lenden beugten sich und erschlafften, und mein Ganzes löste sich und ich und ich fiel auf mein Antlitz. Und es sendete mir den heiligen Michael, einen anderen heiligen Engel, einen von den heiligen Engeln, und er richtete mich auf. 2. Und als er mich aufgerichtet hatte, kehrte mein Geist zurück; denn ich vermochte nicht zu ertragen jenes Gesicht der Macht, jene Aufregung selbst und das Erbeben des Himmels. 3. Und es sagte mir der heilige Michael: Warum erschreckt dich ein solches Gesicht? 4. Bis heute war der Tag seiner Barmherzigkeit, und er ist barmherzig und langmütig gewesen gegen die, welche wohnen auf Erden. 5. Aber wenn der Tag kommen wird, und die Macht und die Züchtigung und das Gericht, welche bereitet hat der Herr der Geister für diejenigen, welche sich beugen vor dem Gericht der Gerechtigkeit, und für diejenigen, welche seinen Namen unnütz führen: 6. so ist jener Tag bereitet den Auserwählten zur Vereinigung und den Sündern zur Prüfung. 7. [Und es werden verteilt werden an jenem Tage zwei Ungeheuer: ein weibliches Ungeheuer, dessen Name Leviathan, weil es wohnt in der Tiefe des Meeres über den Quellen der Gewässer; 8. und das männliche hat den Namen Behemoth, welches einnimmt mit seiner Brust die unsichtbare Wüste, 9. und ihr Name ist Dendajen, gegen Morgen des Gartens, wo die Auserwählten und die Gerechten weilen werden, und wohin aufgenommen wurde mein Großvater, welcher der siebente war von Adam, dem ersten der Menschen, welchen der Herr der Geister gemacht hatte. 10. Und ich bat jenen anderen Engel, mir zu zeigen die Macht jener Ungeheuer, wie sie getrennt wurden an Einem Tage, und gesetzt wurden eins in die Tiefe des Meeres, und eins auf die Erde in die Wüste. 11. Und er sagte: Du Menschensohn verlangst hier zu erfahren, was verborgen ist.] 12. [Und es sprach zu mir der Engel des Friedens, welcher mit mir war: Diese zwei Ungeheuer sind durch die Größe des Allherrschers bereitet, Speise zu geben, damit die Züchtigung des Allherrschers nicht vergeblich sei. 13. Und es werden Kinder erschlagen werden mit Müttern und Söhne mit ihren Vätern. 14. Wenn die Züchtigung des Herrn der Geister ruht auf ihnen, so ruht sie, damit die Züchtigung des Herrn der Geister nicht vergeblich komme über jene. Endlich wird Gericht sein nach seiner Barmherzigkeit und nach seiner Langmut.]

Kap. 60

1. Und ich sah in jenen Tagen, es wurden jenen Engeln lange Schnüre gegeben, und sie erhoben ihre Flügel und gingen nach Mitternacht zu. 2. Und ich fragte den Engel, indem ich sagte: "Warum nahmen sie jene langen Schnüre und gingen sie?" Und er sagte mir: "Sie gingen, um zu messen." 3. Und es sagte mir der Engel, welcher mit mir ging: "Dies sind die Maße der Gerechten, und die Seile der Gerechten werden sie bringen, auf daß sie sich stützen auf den Namen des Herrn der Geister von Ewigkeit zu Ewigkeit; 4. und es werden anfangen zu wohnen die Auserwählten bei den Auserwählten. 5. Und diese Maße sind's, welche gegeben werden sollen der Treue, und stärken werden das Wort der Gerechtigkeit; 6. und diese Maße werden enthüllen jegliches Geheime in der Tiefe der Erde, 7. und diejenigen, welche umgekommen sind durch die Wüste, und die, welche verschlungen worden sind von den Fischen des Meeres und von Tieren, auf daß sie wiederkehren und sich verlassen auf den Tag des Auserwählten; denn keiner wird umkommen vor dem Herrn der Geister, und keiner wird umkommen können." 8. Und es erhielten Macht die oben in den Himmeln allzumal, und Eine Kraft und Ein Glanz wie Feuer wurde ihnen gegeben. 9. Und ihn voraus, mit der Stimme werden sie ihn preisen, und sie werden ihn erheben, und ihn rühmen in Weisheit und Weisheit zeigen im Wort und in dem Geiste des Lebens. 10. Und der Herr der Geister setzte auf den Thron seiner Herrlichkeit den Auserwählten, 11. und er wird richten alle Werke der Heiligen oben im Himmel, und mit der Waage wird er wägen ihre Handlungen. Und wenn er erheben wird sein Antlitz, um zu richten ihre geheimen Wege durch das Wort des Namens des Herrn der Geister, und ihren Wandel auf dem Wege des gerechten Gerichtes des Allherrschers, des Erhabenen, 12. so werden sie sprechen allzumal mit Einer Stimme, und preisen, und rühmen, und erheben und loben im Namen des Herrn der Geister. 13. Und er wird rufen alle Mächte der Himmel, alle Heiligen oben und die Starken des Allherrschers. Die Cherubs, die Seraphs und die Ophanin, und alle Engel der Macht und alle Engel der Herrschaften, und der Auserwählte und die anderen Mächte, welche auf der Erde über dem Wasser an jenem Tage, 14. werden erheben Eine Stimme, und preisen, und rühmen, und loben und erheben mit dem Geiste der Treue, und mit dem Geiste der Weisheit und der Geduld, und mit dem Geiste der Barmherzigkeit, und mit dem Geiste des Gerichts und des Friedens und mit dem Geiste der Güte; und sie werden alle sagen mit Einer Stimme: "Gepriesen sei er, und gepriesen sei der Name des Herrn der Geister in Ewigkeit und bis zu Ewigkeit." Preisen werden ihn alle die, welche nicht schlafen, oben im Himmel. 15. Preisen werden ihn alle seine Heiligen, welche im Himmel, und alle Auserwählten, welche wohnen in dem Garten des Lebens, und alle Geister des Lichtes, welche fähig sind zu preisen, und zu rühmen, und zu erheben und zu loben deinen heiligen Namen; und alles, was Fleisch, was übertrifft die Macht, wird rühmen und preisen deinen Namen in Ewigkeit. 16. Denn groß ist die Gnade des Herrn der Geister, und langmütig ist er; und alle seine Werke, und alle seine Macht nach der Größe seines Wirkens hat er offenbart den Gerechten und den Auserwählten, in dem Namen des Herrn der Geister.

Kap. 61